3-11 Porter

 

Vor fünf Jahren in einem Osloer Plattenladen. Ein Gespräch zweier wildfremder Männer über Musik, übers Produzieren, über die gemeinsame Leidenschaft. Ein anschließender Kaffee bringt schließlich die Gewissheit: Sie müssen fortan zusammen arbeiten. Dass der bereits 62-jährige Produzent Svein Hansen und sein Partner, der Sänger und Songwriter Per Arne Bertheussen, gut kooperieren, ist nach diesem Start verständlich. Und die Ideenquelle scheint förmlich zu sprudeln: „Wir haben so viele Songs geschrieben – das Material würde für unzählige Alben reichen. Per Arne ist wie eine Maschine!“

Nach dem Debüt „Nurse Me“ ist es aktuell die Veröffentlichung „Surround Me“, mit der 3-11 Porter bei Stereo Deluxe für Furore sorgen wollen. Der Bandname stammt zwar aus einer „Akte X”-Folge, doch mysteriös klingt der Sound nicht, eher zurückhaltend: Akustikgitarre, Streicher, dezenter Schellenkranz-Rhythmus und gezielt eingesetzte Pauken dominieren die Single „Surround Me With Your Love“. Ganz frisch ist dieser Song jedoch nicht: Schon 2004 sorgte er international für Aufsehen, lief während der Mailänder Fashion Week und der Olympischen Sommerspiele in Athen. Nun wird sich der Hörerkreis noch einmal vergrößern.

Es ist skandinavische Wohlfühlmusik mit melancholischen Elementen in einer Mischung aus 60’s Pop, modernen Lounge-Sounds, vergleichbar mit Morcheeba. Eine amerikanische Note bedient dabei Tracee Lewis Meyn. Hansen und Bertheussen suchten nach einer weiblichen Stimme und fanden sie in der Sängerin, die aus L.A. stammend seit 1999 in der norwegischen Hauptstadt lebt. Mit ihrer zuckrigen Balsamstimme bereichert sie das Arrangements, die ihren Reiz durch den Stilkontrast zwischen Folk, Jazz und Klassik (Hansen) sowie Pop und Electro (Bertheussen) beziehen.

Bei „The Loneliest Night On Earth“ singen verschiedene Gastmusiker eine Strophe auf Persisch, Französisch und Portugiesisch. Es demonstriert den generellen Freiheitsgedanken, auch widergespiegelt in den abstrakten Texten, die „wie in einem David-Lynch-Film funktionieren sollen“, so Hansen. „Man muss nicht immer alles verstehen. Wichtiger ist die eigene Vorstellungskraft.“