4Lyn auf der delta radio-Bühne, Halle400

Von Henrik Drüner

Die Hamburger von 4Lyn sind der verblüffende Beweis für die „Keiner mag es, aber alle gehen hin“-These: Kritiker zerreißen sich das Maul über die Band und deren Platten, unterstellen billigen Abklatsch amerikanischer NuMetal-Vorbilder, und doch ist die Halle400 trotz Eintritt überraschend gut besucht.

Der Altersdurchschnitt liegt sicherlich unter der magischen 20 Jahre-Grenze, aber die Teens wissen durchaus zu feiern: In den ersten Reihen tobt der Moshpit, weiter hinten wird Luftgitarre zelebriert und das Quartett gibt sich davon professionell angetan. Sänger Ron „Braz“ Clauß steht absolut im Mittelpunkt und macht die Rampensau; springt, animiert, schreit und sucht den Kontakt zum Publikum. Selbst die - besonders in diesen Tagen - mutige Ansage „Ich hab nicht einen Deut übrig für Fußball – höchstens für Frauenfußball“ schmälert nicht die Begeisterung der Fans, die jeden Song des neuen Albums „Take Is As A Compliment“ mitgröhlen können. Sascha „Chino“ Carillho gibt den rockigen Takt vor, den Björn „Deee“ Düßler am Bass und René „Russo“ Knupper mit knallharten Gitarrenriffs füllen und walzend durch die Halle schicken.

Zu Beginn kann sich der Gesang nicht richtig durchsetzen, wird aber im weiteren Verlauf immer besser abgemischt. Die Single „Kisses Of A Strobelight” drückt dem einstündigen Konzert ebenso den Stempel auf wie “Incomplete” und “Stay Different”, die zwischen chartstauglichem Power-Pop und HeavyRock pendeln. Mit „Blitzkrieg Bop“ wird im Zugabeblock noch den Ramones gehuldigt, und es heißt: Hey, ho, let’s go!