Bernd Begemann

Von Henrik Drüner

„Pop bedeutet ja, dass es jetzt ist“, philosophiert Bernd Begemann, eher so nebenher. Dabei sagt es so viel aus über ihn, den Gitarre spielenden Sänger und sein aktuelles Album. Begemann startet einen Neuanfang, umgeben von guten Freunden. Im Studio halfen ihm Louis C. Oberländer (Ex-Jeremy Days) und der scheinbar verschollene Echt-Sänger Kim Frank beim Einspielen und Produzieren der elf Songs von „Endlich“. Auf der bundesweiten Tour ist es die Band „Die Befreiung“, die dem gnadenlosen Entertainer den Rücken freihalten wird: Achim Erz (Schlagzeug), Ben Schadow (Bass) und Kai Dohrenkamp an den Keyboards.

Der Weg als Musiker führte Begemann von Bad Salzuflen – der Urzelle des deutschen Singer/Songwritertums - aus nach Hamburg und in die weite Welt: Seit 1987 veröffentlicht er seine deutschsprachigen Lieder, anfangs noch mit „Die Antwort“, seit 1993 und „Rezession, Baby“ auch als Solo-Künstler. Charakteristisch für seine Texte scheint die Affinität zur erfüllten und nicht erwiderten Liebe und allgemein zu Zwischenmenschlichkeiten jeglicher Couleur zu sein. Oft bringen die herzerweichenden Liebeslieder mit den zärtliche Melodien den Hörer durch den Tag, bieten Zuflucht vor der Kälte des Alltags. Denn er öffnet Türen, wenn er es immer wieder schafft, die Wahrheit in wenige Worte zu packen.

Auf der Bühne hat Begemann viele Gesichter: Das wohl prägendste zeigt den Hamburger als den charmanten Romantiker und Frauenschwarm. Doch einen Augenblick später kann er aber auch einen arroganten Egomanen spielen, der äußerst schlagfertig unqualifizierte Zwischenrufe aus dem Publikum mit bissigen Kommentaren kontert.
In dem Song „Ich bin dann soweit“, dem Opener des Albums, singt Begemann: „Ich bin ein anderer Mensch als der, den du von gestern kennst.“ Gerne lassen wir uns davon überzeugen und lernen ihn so kennen, wie er jetzt ist – als ein Neuanfang.

Morgen, 20 Uhr, Hansastr.48