Prominente Bands rocken in der Nordmarkhalle zugunsten der Rendsburger T-Stube

Benefizkonzert als Signal nach Brandanschlag

 

Rendsburg – Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch. Es gebe bisher keine Ergebnisse, so die Abteilung für politisch motivierte Straftaten bei der Kieler Bezirkskriminalinspektion. Fakt ist: In den frühen Morgenstunden des 10. Juni wurde die T-Stube in Rendsburg Ziel eines Brandanschlages. Ein Benefizkonzert in der Nordmarkhalle mit Kettcar, Smoke Blow und Turbostaat soll nun helfen, die kulturelle Arbeit so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können.

„Fire can’t stop us“, haben sich die Betreiber der T-Stube als Motto über das Rendsburger Rock-Ereignis des Jahres geschrieben. Der Hauptraum des Gebäudes wurde durch das Feuer schwer beschädigt, große Teile des Inventars sind zerstört. Neben dem Verlust von zwei PCs sei besonders ärgerlich, dass die Räume noch kurz zuvor in wochenlanger Arbeit von Freiwilligen eigenverantwortlich renoviert worden waren.

Die T-Stube, pittoresk im Stadtpark gelegen, hat sich seit mehr als 30 Jahren als ehrenamtlich betriebenes Kultur- und Kommunikationszentrum etabliert und dient vorrangig als Treffpunkt der links-autonomen Szene. Ziel des Trägervereins ist es, alternative Kultur in Rendsburg zu unterstützen und gezielt zu fördern. Da es diesem Projekt durch fehlende Zuschüsse an finanziellen Mitteln fehlt, haben sich die Betreiber dazu entschlossen, ein Benefizkonzert mit bemerkenswertem Line-up zu veranstalten.

Die Hamburger Band Kettcar um Sänger und Gitarrist Marcus Wiebusch zählt zu den zugkräftigsten deutschen Indiebands. Geblieben sind aus den frühen Punk-Tagen die simplen Arrangements der Songs und die Texte vom alltäglichen Daseinskampf: „Es ist auch nur die Angst, die bellt, wenn ein Königreich zerfällt in ziemlich genau zwei gleich große Teile“ (aus „Im Taxi weinen“). Mit ihrer emotionalen Mixtur überträgt das Quintett auch auf dem aktuellen Album „Sylt“ das Beste von Punk in die Welt des Pop, sagt Nein zum Seelenstriptease, aber Ja zur großen Geste. Für viele Hörer spiegeln ihre Platten ein ganz persönliches Lebensgefühl wider.

Auch die lokalen Zugpferde Smoke Blow bedürfen keiner besonderen Vorstellung mehr. Trotz sechs Veröffentlichungen in 12 Jahren ist diese Soundwand nur schwer auf einen Tonträger zu bannen. Erst auf der Bühne entfachen Jack Letten & Co. ihre ganze Energie aus derbem Rock, Punk und Hardcore mit der Wucht einer Abrissbirne.

Die Flensburger Turbostaat, 1999 in Husum gegründet, entwickeln ihren Deutschpunk dank diverser CDs und unzähliger Touren durchs In- und Ausland ständig weiter. Ein Markenzeichen auch auf der neuen Platte „Vormann Leiss“: Absurde Songtitel, unkonventionelle Songtexte und wenig Zugeständnisse an den Mainstream.
Eröffnet wird der Abend von Robinson Krause & The G.O.T’s (Gays of Thunder), junge Hamburger, die einen stilistischen Bastard aus Punkrock, Bossanova, Salsa und Country kreieren. Die Aftershow-Party beschallen „We are Matze und Fanski!“, mittlerweile Stammgäste und Partygaranten im Kieler Nachtleben.

Freitag, 19 Uhr, Nordmarkhalle Rendsburg (Willy-Brand-Platz 1, Rendsburg)

KN-Online