Benny’s Big Band in der Halle400

 

Jubiläumsfeiern können sehr steif ablaufen, wenn alles so verkrampft wirkt und sich eine geheuchelte Danksagung an die nächste reiht. Eine solche Zeremonie vermag aber auch ganz andere, wesentlich erfreulichere Akzente zu setzen: Benny’s Big Band punktete beim Konzert in der Halle400 anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens mit musikalischen Höhepunkten und machte Lust auf ein weiteres Vierteljahrhundert.

Bis auf den letzten zu vergebenen Stuhl füllten Freunde und Bekannte von Bernd „Benny“ Amonat und seiner Band die Halle. Irgendwie hatte jeder einen Bezug oder Berührungspunkt zu der Kieler Musikinstitution, die seit 1978 bereits mit zahlreichen Größen zusammengearbeitet hat. Zur Einstimmung ernteten die projizierten Bilder und Zeitungsausschnitte aus der Bandgeschichte viel Schmunzeln und „Ach, guck mal, ist das nicht XY?“-Fragen in der teilweise noch schwarz-weiß gebannten Nostalgie. Währenddessen stimmten die Gruppen „So What“ und „Ladys in Red“ abwechselnd im groovigen Swing oder Tangostil verheißungsvoll auf den Abend ein.

Im Mittelpunkt stand eindeutig die 20-köpfige Big Band um den musikalischen Leiter und dessen Frau Berlind Jacobsen-Amonat, die sowohl Saxofonistin als auch gute Seele der Band ist. Das zweigeteilte Programm bot dabei alles, was das Repertoire hergibt: Swing, Jazz-Walzer, Gospel-Rock oder Samba. Ein wuchtiger Sound (Trompeten!), enormer Drive und Spielfreude prägten das Bild der hochkarätig besetzten BBB. Die ausgewählten Arrangements schienen wie geschaffen für diese Instrumentierung und bildeten somit eine glänzende Basis für die Solisten, die sich oft mehrfach auszeichnen konnten. Allen voran die illustren Gäste Jiggs Whigham (Posaune und Leitung), Stefan von Dobrzynski (Klarinette, großartig bei „Shadow Of Your Smile“) und die beiden Gesangssolisten machten auf sich aufmerksam: Carolanne Wright nutzte bei „It’s oh so quiet“ ihre Musical-Erfahrung und zauberte allerbeste Unterhaltung fürs Auge und Ohr auf die Bühne.

Auch Bendix Amonat, der kürzlich den Duft eines Superstars schnuppern durfte, fand in „Mr. Bojangles“ und „Put Your Hand In The Hand“ geeignete Songs für seine geschulte Stimme. Dass es bei DSDS nicht so gut lief, kommentierte Whigham mit „Er hatte keine Chance - er ist viel zu gut!“ Frenetischer Applaus brandete auf, als die beiden schließlich im Brecht-Song „Mack The Knife“ ihr gewaltiges Stimmpotenzial ausspielen konnten. Der Namensgeber agierte eher im Hintergrund, überlies dem Trompeter Bob Lanese die kurzweilige Moderation und freute sich, endlich einmal inmitten der Band an der Posaune zu sitzen. An diesem Abend durfte gefeiert und zurückgeblickt werden - doch die Erfolgsgeschichte von Benny’s Big Band wird noch lange nicht zu Ende sein.