"Nicht nur Beine oder Beat" - Blank & Jones im Interview


Das kommende Album von Blank & Jones steht in den Startlöchern. Chillout-Musik "für die Stunden nach dem Club". Nach vier Alben und elf Singles, meist hoch in den Charts platziert, sollen die Fans auch eine andere musikalische Seite des erfolgreichen DJ-Duos kennen lernen. Relax der Titel, relaxt auch die Macher. Kurz vor der Liveübertragung der "N-Joy The Mix"-Party aus der Raisdorfer Discothek Atrium geben sich Piet Blank und René Runge alias Jaspa Jones sehr redselig.

Wie sieht bei Euch die Arbeitsteilung beim Songwriting aus?

Eigentlich macht jeder von uns alles. Wir sitzen zu dritt (Andy Kaufhold, Anm. d. Verf.) im Studio wie Kinder auf dem Spielplatz, haben viel Spaß und praktizieren "try and error": Jemand hat eine Idee – das kann ein Drumbeat, ein Sample oder eine Melodie sein – und dann wird nach diesem Prinzip der Song ausgearbeitet. Mal geht's schnell, mal dauert es richtig lange, da gibt es keinen Masterplan. Wir sind stolz darauf, dass jeder von uns soviel Musikahnung hat und sich auch einbringen kann. Dadurch brauchen wir nicht auf die momentane Welle von Cover-Songs der 80er zurückgreifen.


Ihr arbeitet seit dem letzt jährigen "The Mix"-Album aber auch mit anderen Kollegen zusammen...

Ja, besonders mit vielen Interpreten wie Anne Clark, Sarah McLachlan oder den Pet Shop Boys. Da haben wir gemerkt, wie es ist, Musik quasi fertigzustellen, einem anderen Künstler zu schicken, der dann wiederum seine Interpretation davon macht. Das waren ganz neue Erfahrungen, durch die wir auch einiges dazu gelernt haben. Eine Art Extrabefruchtung und definitiv ein Schritt weiter auf Produzentenebene.


Auf Eurer Homepage ist zu lesen, dass ihr als DJ's am liebsten Trance und Progressive auflegt. Seit ihr da festgelegt?

Nein, gerade nicht! Wenn wir uns auf eine Lieblingsstil einigen müssten, dann auf jeden Fall. Aber die Ambient/Chillout-Platte zeigt doch schon, dass wir privat auch ganz andere Sachen hören. Wenn Du Dir die drei Stunden gleich gibst, wirst Du sehen, dass wir auch sämtliche Spielarten der elektronischen Musik spielen werden, genauso wie House, technoide Klänge oder Hardtrance. Fakt ist: Wir stehen auf Melodien, die ans Herz gehen! Nicht nur Beine oder Beat, sondern eine Kombination aus beidem! Das Selbstverständnis als DJ's liegt für uns darin, mit den Leuten zu feiern und eine gute Zeit zu verbringen. Wenn die heute Abend kommen, wissen die, was sie erwartet – also keine Black Music.

Interview: Henrik Drüner

Kieler Nachrichten vom 01.04.2003