Stilmix beim ersten Kieler Brückenfestival

 

Kiel – „Unser Ziel ist es, das Image der Hörn mitzugestalten. Ansonsten wird die Gegend nur während der Kieler Woche und dem Duckstein-Festival genutzt. Dabei ist die direkte Lage am Wasser und am Hafen prädestiniert.“ Wenn Lutz Lueck über die Initiative der beiden Anrainer Blauer Engel und Vapiano spricht, klingt es durchaus plausibel. Und er lässt Taten folgen: Von Donnerstag bis Sonnabend geht auf dem Platz vor der Hörnbrücke das erste Kieler Brückenfestival mit lokalen und internationalen Bands über die Bühne.

Es sei ein Bedürfnis, die Lage nicht nur auf ihre Bahnhofsnähe zu reduzieren. Also hat sich Lueck mit Lasse Lange vom Vapiano abgesprochen, im Zeitraum zwischen den beiden umliegenden Großveranstaltungen ein stilistisch offenes Musikfestival zu organisieren. „Wenn wir beiden es nicht machen, wer dann?“ Trotz zweier krankheitsbedingter Absagen konnte ein breit gefächertes Programm erstellt werden, das sich unzähliger Genres bedient.

Der Start erfolgt am Donnerstag um 19 Uhr mit dem Kieler Quartett Los Zorros. Juan Carlos (Gesang/Gitarre), Nelly Montelias (Gesang), Enzo Galli (Gitarre) und Sönke Liethmann (Congas und Cajon) widmen sich virtuosen Gitarrenklängen und zweistimmigem Gesang, unterlegt mit all den Rhythmen Südamerikas. So treffen feurige Rumbas, sanfte Boleros und elegante Bossanovas aufeinander. Im Anschluss (21 Uhr) folgt das Tangofest mit DJane Barbara und DJ Christoph, begleitet von Kianusch Ayazi an der klassischen Gitarre.

Melodiös und geschmackvoll ist das Songwriting der Berliner Band Almost Charlie (Fr., 19 Uhr) um Sänger und Gitarrist Dirk Homuth. Ihre Lieder vom aktuellen Album „The Plural of Yes“ erinnern an Beatles, Nick Drake und Kings of Convenience, beseelt mit unverfälschter Indiepop-Attitüde. Das Besondere: Die Texte stammen von Charlie Mason aus New York, der 2003 ein Medium für seine Verse suchte – und in Almost Charlie fündig wurde. Bei Allophonic (Fr., 21 Uhr) steht „Soup du Jour“ auf dem Speiseplan. Unter diesem Motto haben sich fünf studierende Jazzmusiker aus Deutschland, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten zusammengefunden, um ihre musikalischen Erfahrungen und Ideen in einen Topf zu werfen. Ihr Mix sprengt die starren Grenzen von traditionellem Jazz, indem sich dynamische Breakbeats mit Ambient-Klängen und Funk-Passagen abwechseln. Anne Tetsch sorgt für den adäquaten Gesang in dieser geschmackvollen Vocal-Jazz-Formation. Anschließend heißt es: „Tanz auf dem Kai“-Party im Blauen Engel mit Musik von Sinatra bis Santana.

Das Kieler Jazz-Quintett Blue Solitary (Sa., 19 Uhr) eröffnet den Abschlussabend des Brückenfestivals. Die Kieler Sängerin Katja Berdau zieht den Hut vor dem jazzig-groovenden Werk der schwedischen Kollegin Viktoria Tolstoy, unterstützt von Michael Brodersen (Gitarre), Jens Salsa (Bass), Willi Stellmach (Piano) und Arvid Spiekermann (Drums). Musik wie ein schwedischer Sommerurlaub. Den Abschluss bildet um 21 Uhr das Schönberger Dreysand Trio mit Elementen aus Latin-Pop, Reggae und Swing. Unprätentiös begleitet von Schlagzeug und Bass, singt Thomas Ruser deutsche Texte zur Akustikgitarre.

Ab Donnerstag, 19 Uhr, Platz vor der Hörnbrücke. Bei schlechtem Wetter finden die Konzerte im Blauen Engel statt. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.

KN-Online