Neue Akzente: Clubzero hat den Hinterhof abgelöst

Kiel – Im Eingangsbereich zum Hof, wo die Taxen verschnaufen, hängt noch das große Plakat: „Musikclub Hinterhof, Musik von ABBA bis Zappa“. Doch in der Bergstraße 17 hört man seit dem vergangenen August keine bodenständige Rockmusik der 60/70er mehr. Ein leiser Abschied einer Kieler Club-Institution, die Generationen von Nachtschwärmern Einlass bot und als Szenetreff diente. Das neu eröffnete Clubzero möchte an gleicher Stelle andere Akzente setzen.

30 Jahre lang lebten der Hinterhof und dessen ursprünglicher Betreiber Karl-Hermann Günther von der Beständigkeit: täglich geöffnet, rustikales Interieur, desolater Sanitärbereich, Tischkicker und der Flügel direkt an der Tanzfläche, auf dem nie ein Gast spielte und der schließlich zugenagelt wurde. Es war, als bliebe im Hinterhof die Zeit stehen – zumindest tickte sie dort langsamer.

„Die Bergstraße ist wesentlich attraktiver geworden durch die neuen Clubs, eine richtige Partymeile“, so Diana P., die seit 2001 in Kiel wohnt und gebürtig aus der Nähe von Berlin stammt. Im August 2007 übernahm sie das Subzero und verspricht sich nun mit dem Clubzero in der Nachbarschaft eine Ergänzung zum bisherigen Konzept. In der Cocktail-Bar an der Ecke Bergstraße/Wilhelminenstraße kann nicht getanzt werden.

Mit der geräumigen Tanzfläche im Clubzero möchte sie Disco und Disco-Lounge kombinieren und bei Afterwork-Partys am Donnerstag die Zerstreuung suchenden Arbeitnehmer direkt nach Feierabend mit Dance-Classics begrüßen. Zwei Monate brauchten sie und ihr Team, um den Laden komplett neu zu gestalten. Entsprechend modern wirkt die Einrichtung, flache Tische leuchten per Fernbedienung in verschiedenen Farben, nur der wuchtige Zehn-Meter-Tresen wurde aus dem Hinterhof übernommen.

Nach dem dezenten Start Mitte November läuft das Musikprogramm mittlerweile wie geplant: Freitags dominieren Electro und House, sonnabends eher Black, R'n'B und House. In unregelmäßigem Abstand werden Gast-DJs, wie zum Beispiel Grandmaster Ben und Fab 5 Finger im Dezember, eingeladen. Das Publikumsalter soll nach Wunsch von Diana P. ab 25 Jahren angesiedelt sein. Wenn beide Läden offen haben, werden sie, die Türsteher und auch ein Barkeeper je nach Bedarf von Club zu Club tingeln. Auf die Frage, ob sie jemals im Hinterhof als Gast gewesen sei, entgegnet Diana P. kurz: „Nein, niemals.“

Clubzero, Bergstraße 17, Öffnungszeiten: Donnerstag (ab 22 Uhr) bis Sonnabend (ab 23 Uhr)

KN-Online