Deichperle Festival 2008 - Vier Bands sollen die Deichperle zum Glühen bringen

Kiel – Für Andree Kraft sind die heißen Wochen und Monate angebrochen. Mit seinem Biergarten-Café Deichperle unweit des Leuchtturms Falckenstein lockt er dank des herrlichen Ausblicks nicht nur sonnenhungrige Ausflügler, sondern am Sonnabend als Festival-Initiator auch jede Menge Musikfans, wenn direkt am Falckensteiner Strand das erste Deichperle Festival mit vier namhaften Bands über die Bühne geht.

„Andree ist ein alter Punkrocker. Insofern ist die Auswahl zum einen durch Freunde und günstige Festival-Termine der beteiligten Bands geknüpft, zum anderen entspricht es seinen persönlichen Vorlieben“, so GrooveComplex-Chef und Mitorganisator Kai Hellebrandt, der neben Kai Jaenicke für das Festival wirbt. Vier Bands präsentieren unter der Schirmherrschaft der Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz ein breites Spektrum der gegenwärtigen Rockmusik. Smoke Blow, Rantanplan, The Horror The Horror und Schall & Rauch bilden das Line-up, das nach dem letzten Konzert in eine Aftershowparty mit den DJs Franky sowie Matze&Fanski überleitet.

Unter dem Motto „Rocken und Spenden“ geben die Veranstalter das gemeinnützige Ziel vor. Mit dem erwirtschafteten Überschuss soll das Mehrgenerationenhaus Kiel-Gaarden finanziell unterstützt werden. Hellebrandt: "Wir wollen ganz bewusst einer lokalen Sozialeinrichtung helfen, denn auch in Kiel begegnen uns leider tagtäglich drängende soziale Probleme. Das Mehrgenerationenhaus versucht sich übergreifend dieser Probleme anzunehmen und kann gerade in Gaarden wichtige Hilfe leisten. Solch ein soziales Engagement vor Ort kennt man beispielsweise sehr positiv vom Roskilde-Festival."

Smoke Blow spielten bereits Ende März in der Pumpe, doch viele Kieler wollen noch das neue Material der lokalen Punkrock-Institution kennen lernen. "Colossus" heißt das aktuelle Album, mit dem die Mannen um Captain Jack Letten ihren Fankreis erneut ausbauen konnten.

Rantanplan verkörpern den Prototyp einer Skapunk-Band. Trotz mancher Unkenrufe von puristischen Scheuklappenträgern stemmen sich die Hamburger auch mit ihrer Platte "20359" gegen den Trend passgenauer Musik-Häppchen. Zudem sind die Konzerte der Hamburger berüchtigt, indem sie die Revolution tanzbar machen.
Aus Stockholm kommen The Horror The Horror, die ihre Band nach dem letzten Satz der Buchvorlage zum Film Appocalypse Now benannt haben. Anfang des Jahres veröffentlichten die fünf Schweden mit "Wired Boy Child" ihr Zweitwerk und knüpften damit nahtlos an das gefeierte Indierock-Debüt an.

Eine Band wie Schall & Rauch darf bei so einem etwas anderen Open Air Festival nicht fehlen, sorgt die fünfköpfige Combo mit einer Mixtur aus funky HipHop, Rock-Riffs und teilweise schmerzbefreiten Texten doch für beste Unterhaltung. Bis in die Morgenstunden legen im Anschluss DJ Franky (Hörsturz-Partyreihe) und das DJ-Team Matze&Fanski (Schaubude, Wilwarin Festival) alternative und geschmackssichere Rockmusik auf die Plattenteller.

Ein Fest für Kiel, ein Fest für Andree Kraft – und eine Plattform, die laut Kai Hellebrandt beständig wachsen soll. „Im August 2007 bereits 'Viva con Agua Open Air' mit den Ohrbooten, in diesem Jahr vier Bands…mal sehen, wohin die Reise noch geht!? Vielleicht ergibt es sich im nächsten oder übernächsten Jahr, dass noch mehr und vor allem mehr lokale Bands spielen.“ Dann würde sich das ehemalige Leuchtturmwärterhaus am Falckensteiner Strand möglicherweise zu einer etablierten Festival-Adresse entwickeln.

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