Disco Maxim im Nachtcafé

Von Henrik Drüner

Mutti kann wirklich stolz auf ihren Sohnemann sein. Nicht nur, weil das Konzert von Horst Pillau jr. und seiner Combo im Schleswig-Holstein-Magazin angekündigt wurde. Wesentlich beeindruckender ist die Entwicklung bei Disco Maxim, an deren bisherigen Höhepunkt eindeutig der Auftritt im Nachtcafé steht.

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Musiker als schrottige Dilettanten bezeichnet wurden und das Chaoselement wohl auch musikalische Defizite kompensieren sollte. Drei Jahre, in denen die Band oft ihre Besetzung wechselte, jedoch immer an der unkonventionellen Mischung aus „Beat, Schlager und Chanson mit Pankattitüde“ festhielt und mittlerweile eine kompakte Einheit bildet.

Auf der CD-Releasegala spielten Ron Bongiourno (Gesang), Butch Quattro (Gitarre), Erwin Schmelzer (Bass) und Horst Pillau jr. am Schlagzeug vor zahlreichem Publikum einen locker herausgespielten Heimsieg in bester Atmosphäre heraus. „Wir haben heute einiges mit euch vor!“ frohlockte Horst zu Beginn – und er sollte Recht behalten: Keine Kieler Band kann als Merchandising-Artikel beispielsweise Fahrradtaschen, Duschvorhänge oder Schlittschuhe vorweisen, keiner Band sieht man auf der Bühne gleichbleibend gerne beim exzentrischen Treiben zu und keine Band nimmt sich so wenig ernst bei gleichzeitig ausgeprägtem Selbstbewusstsein.

Songs wie „Ein Sonntag zuhause“, „Heiß in der Kleinstadt“ oder „Mädchen, du bist schön“ punkteten mit ihrem ganz eigenen Charme, unterstützt vom keck gekleideten Damendoppel Uscha und Katja am Mikro und den Dröse Brothers Christian und Michael als Perkussionsmeister. Dank des stetig wachsenden Wiedererkennungswerts einzelner Textzeilen oder Instrumentalparts badete das dankbare und bunt gemischte Publikum im unbeschwerten Charme der 60er Jahre. Als Uscha dann noch beherzt in die Quetschkommode griff, setzte der DM-Sound neue - bis zu diesem Abend noch nicht gehörte - Maßstäbe. Angenehm präzise wirkte das Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass, und auch der Gitarrenzauberer aus Gaarden-Süd fügte sich nahtlos in den harmonischen Gesamtklang ein. Disco Maxim steht 2004 für: weniger Albernheiten und mehr Witz; weniger Klischee und mehr Song; weniger Krampf und mehr Souveränität.

Disco Maxim und die bandeigene Hitschmiede Döner Diskothek werden in Zukunft sicher noch für so manche Überraschung gut sein. Egal, ob mit oder ohne Sängerin.