Fady Maalouf: Erfolgreich auf die sanfte Tour

Kiel – Dieter Bohlen taufte ihn „Schnulzenkaiser“. Seine Fans bevorzugen eher „König der Herzen“. Fady Maalouf, 29-jähriger Wahl-Hamburger und gebürtiger Libanese, unterlag im Finale der fünften „DSDS“-Staffel Thomas Godoj. Maaloufs Debütalbum „Blessed“ (SonyBMG) landete dank einfühlsamer Popballaden trotzdem prompt auf Rang zwei der deutschen LP-Charts. Im Radiozentrum Kiel auf Einladung von R.SH sprach der jungenhafte Maalouf mit französischem Akzent über den Starrummel, seinen Produzenten und über seinen Duett-Wunsch mit Céline Dion.


Bist du als ausgebildeter Musiker zu „DSDS“ gekommen?

Maalouf: Eigentlich habe ich ein Diplom als Mode-Designer. Als ich nach Deutschland zog, habe ich keinen Job im Mode-Business bekommen. Dadurch entstand der „zweite Bildungsweg“ als Musiker, indem ich viele Jahre in Piano-Bars gesungen habe. Das ist auch eine Schule für mich gewesen – man lernt sehr viel dazu.

Lernt man auch den Umgang mit Fans, von denen einige hier seit morgens um 4 Uhr auf dich warten?

Manchmal fühle ich mich beinahe schuldig, weil die Fans sich so aufopfern, so viel reisen und warten. Diese Liebe möchte ich ihnen zurückgeben, nicht nur durch meine Musik. Daher bin ich auch immer bereit, Autogramme zu geben oder Fotos mit ihnen zu machen – das ist doch Spaß!

Was glaubst du, was deine Faszination ausmacht?

Ich denke, die Menschen haben meine Stimme und meine Person adoptiert. Vielleicht haben sie durch die Sendung meine Persönlichkeit entdeckt, als ein Symbol für jemanden, der bei Null angefangen hat und trotz Schwierigkeiten seinen Weg gegangen ist.

Sicherlich auch eine Bürde. Welche Rolle spielen deine Lieder dabei?

Es braucht zumindest mehr als nur eine gute Stimme, zum Beispiel kulturellen Hintergrund. Meinem Produzenten Alex Christensen (schrieb Hits für U96, Right Said Fred, Tom Jones, N'Sync, Oli.P, Marianne Rosenberg, Anm.d.Verf.) vertraute ich schon vor dem Ende der DSDS-Staffel. Viele Songs des Albums waren also bereits fertig, bevor der Vertrag zustande kam. Im Herbst plane ich eine Tour mit einer richtigen Band.

Bleibst du immer der „Schnulzenkaiser“?

Die romantischen Liebeslieder sind eine Ecke von mir, die ich vor DSDS kaum kannte. Sie machen nur fünf Prozent meiner musikalischen Kapazität aus. Auf dem Album hörst du auch ein wenig Swing, Soul oder Funk.

Du bist mit einem Mann verheiratet. Wie gehst du mit deinem Privatleben um?

Ich habe nie etwas dazu gesagt, weder bestätigt noch dementiert. Das bleibt meine Geschichte, das ist mein Recht. Meine Fans interessieren sich nicht für mein Privatleben. Als Künstler bin ich auch eine Illusion für sie. Aber ich erreiche sie. Man nennt mich „König der Herzen“, weil meine Gefühle in den Liedern echt sind.

Es erstaunt, dass du deine Erlebnisse im Bürgerkrieg (Maalouf wurde in Beirut zweimal von Granatsplittern im Gesicht verletzt, Anm.d.Verf.) in den Texten nicht verarbeitest…

Ich mag nicht mehr über die Vergangenheit reden. Ich gucke eher nach vorne, verwirkliche meine Träume und lache viel. Ohnehin schreibe ich nur selten über Privates – in einem Lied über meinen Papa, mit dem ich oft auf dem Balkon stand und gesungen habe. Mit ihm würde ich gerne ein Duett singen, aber auch mit Céline Dion. Sie hat eine wunderschöne Stimme. Es liegt alles in der Hand Gottes.

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