Freaky Miller: Pleite, Liebe, Hoffnung

Kiel – Eine eisige Jugendsünde diente als Inspirationsquelle für den Albumtitel: „Alaska Boy“, diese länglichen dünnen Plastikbeutel mit der künstlich gefärbten und gefrorenen Zucker-Wasser-Mischung. Doch für Freaky Miller alias Ole Petras ist es mehr als die Erinnerung an Kindheitstage im Freibad.

Der Titel spiegelt im gleichen Maße Petras' Sympathie für das Bild des naturverbundenen Jungen, für die endlose Weite und die emotionale Kühle, die aber genug Wärme erzeugt, um die innere Flamme zu entzünden. Die Veröffentlichung seines Debüt-Albums "Alaska Boy" beim Kieler Label Döner Diskothek wird morgen in der Schaubude gebührend gefeiert, gemeinsam mit diversen Künstlern aus der lokalen Szene.

Das Pseudonym Freaky Miller entstand im Sommer 2006, nach Abschluss des Studiums. „Ich hatte zwei bis drei Alben bereits eingespielt, als schließlich die Idee zu der Veröffentlichung kam“, erzählt Petras. Schon seit Jahren nahm er eigene Songs in seinem Homerecording-Studio mit Vierspurgerät auf. Immer klassisches LoFi, immer geschmackvoll. Bei Döner Diskothek, „auf der humoristischen Seite der Musikindustrie“, fühlt sich der Kieler bestens aufgehoben. Jetzt liegt DD 009 mit dem ersten Solokünstler aus der Qualitätsschmiede bereit. Döner-Diskothek-Chef Jochen Gäde: „Ein anderer Schuh, eine neue Generation. Ich hör' mir das gerne an.“ Mix und Mastering der Songs übernahm Sander Bohlen aus Flensburg, den Petras noch aus der gemeinsamen bei der Band Galakolleg kennt, ebenso die beiden Bands Staring Girl und Walheimat, die neben dem Kieler Autor Arne Rautenberg bei der CD-Release-Gala ihren Beitrag leisten.

Der Abend ist im Stile der „Rolling Thunder Revue“ angelegt, einer 1975 von Bob Dylan initiierten Konzerttournee, die den Beat der Musiker mit der Beat-Poesie von Allen Ginsberg kombinierte. Moderiert von Horst Pillau Jr., stellt Freaky Miller die Songs solo, aber auch mit den Ravensberg Rude Boys vor. Im Grunde sei es ein Kollektiv mit einem Mitglied, da Miller seine Instrumente alle selber zu spielen vermag, doch auf der Bühne lässt er sich von Verus Seeburg (Leadgitarre), Martin „Maschine“ Ohlendorf (Bass), Sing Sing „Clockwork“ Schultz (Drums), Kai Graf Mölln (Rhodes Piano) und Dr. Ingo Ranz (Akkordeon) unter die Arme greifen.

Keine Band im eigentlichen Sinne, eher ein explodierender Bühnentraum in Echtzeit. Hier steckt die Spielfreude nicht im Detail, sondern legt sich wie Goldstaub über alles. Ein Mix aus Disco, Schlager und Ballade für den Twenty-Thirty-Something und seine verblüfften Freunde. Die deutschsprachigen Texte reflektieren die großen drei Themen, die das Leben zusammenhalten: Pleite, Liebe und Hoffnung. „Anti-Folk und Popperlen der Premiumklasse“, heißt es in der Presse-Info, „Trag mich zum Auto, ich fahr dich heim“ in einem der vielschichtigen Lieder. Eine Soiree im Zeichen echter Männerfreundschaft mit dem Charme des Einmaligen.

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