Fuzz Manta - „Heavy Hippies“ im Geiste der frühen 70er

Kiel – Im Spannungsfeld zwischen Hippies und Rockern haben Fuzz Manta eine heimelige Nische gefunden. „Wir fühlen und denken wie Hippies, spielen aber wie Rocker“, beschreibt Sängerin Lene Kjær Hvillum den vermeintlichen Gegensatz. „Das ist die beste Kombination. Wir nennen sie Heavy Hippie!“

Mit totaler Hingabe zelebrieren die Kopenhagener ihre Neuinterpretation von energetischem Blues-Rock, der zu Großteilen in den 70er Jahren seine Blütezeit hatte. Doch geht es den fünf Musikern nicht um eine Verherrlichung der damaligen Hardrock-Ära mit psychedelischen Elementen, wie es der Song- und gleichzeitig Debütalbumtitel "Smokerings" suggeriert. Lene: „Wir sind der Meinung, dass einige wichtige Werte damals noch einen höheren Stellenwert hatten. Es klingt banal, aber auch die Musik war zu der Zeit ehrlicher, schlicht unverstellter.“

Seit November 2006 rockt Lene mit Bassist Morten, den Gitarristen Freddy und Morgan sowie Drummer Per. Dass die Rock- und Garagenszene der dänischen Hauptstadt stark verzweigt ist, verdeutlicht die Referenzliste von ehemaligen oder aktuellen Bands, an denen die Fuzz-Manta-Mitglieder beteiligt sind: The Davolinas, Triggerbells, Cherry Overdrive. Live kommen die Vorzüge des Bandsounds am besten zur Geltung, erinnern ellenlange Improvisationen mit dunklen Blues-Rock-Riffs an Black-Sabbath-Orgien im Stile von Into The Void. Neben weiteren Klangverwandten wie Deep Purple, Led Zeppelin, Kyuss oder Jimi Hendrix ist es vor allem Lenes expressiver Gesang, der Vergleiche mit Janis Joplin provoziert.

Alle fünf sind am Songwriting beteiligt, doch bei den Texten lässt sich Lene nicht reinreden. „Das ist allein meine Aufgabe! Es sind vorrangig gesellschaftskritische Inhalte, denn ich habe den Eindruck, dass heutzutage in verschiedenen Bereichen eine Werteverschiebung zu beobachten ist – und zwar nicht zum Guten. Diese Entwicklung versuche ich mit abstrakten Ideen und Metaphern zu beschreiben.“

Dass sie als Frau in einem von Männern dominierten Musikstil eine Rarität darstellt, stört Lene Kjær Hvillum gar nicht. „Ich sehe auch gar keine Unterschiede, ob eine Frau dabei ist oder nicht. Klar, es gibt nicht viele Frontfrauen in diesem Genre.“ Doch die Schwärze ihres Humors sei vergleichbar mit der der Jungs. „Ich bin definitiv keine Lady, die im Tourbus oder Proberaum bevorzugt behandelt werden will. Bei meiner anderen Band Cherry Overdrive sind ausschließlich Frauen dabei – du kannst dir nicht vorstellen, wie wir es da krachen lassen.“

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