Frecher Seitenhieb gegen den Ex


Mit In-Grid verhält es sich ganz international: Die attraktive Sängerin kommt aus Norditalien, bekam ihren schwedischen Namen nach der einst in Italien so populären Ingrid Bergman und singt die Texte ihres Albums Rendez-vous komplett auf französisch. Mit dem Hit Tu es foutu belagert sie seit Wochen europaweit die Charts, und auch hier findet der Song mit dem mediterranen Videoclip immer mehr Anhänger. Nun folgt die zweite Single In-tango, wieder in Zusammenarbeit mit den Produzenten Larry Pignagnoli und Marco Soncini. In der Raisdorfer Großraumdiskothek Atrium wird sie gleich ihre Songs – verstärkt von zwei Tänzern – live zum Band singen und französisches Flair in den Norden bringen. Das Problem beim Interview: In-Grid ist weder des Deutschen noch Englischen mächtig, wodurch ein herrliches Kauderwelsch aus romanischen Sprachen entstand, das so nicht wiedergegeben werden kann.

Wie kam es eigentlich zu der Idee, französische Akkordeonklänge mit Disco-Beats zu kombinieren?

Das war Zufall oder ein Wink des Glücks. Ich produzierte gerade einen Song im Studio, als Larry mir den Beat von Tu es foutu (auf deutsch: "Du bist angeschmiert", Anm. d. Red.) vorspielte. Da kam mir die Eingebung, einen französischen Text darüber zu singen, den ich an der Côte d'Azur geschrieben hatte. Es geht darin um die Rache an meinem Ex-Freund. Erst danach folgte die Idee mit dem Akkordeon, also alles völlig aus der Inspiration heraus.


Dein Ex-Freund ist DJ in Italien. Hast du schon ein Feedback von ihm bekommen, was er von dem Song und besonders dem Text hält?

Ja, er spielt den Song sehr oft. Aber seine Reaktion war schrecklich für mich als Frau: Es ist ihm egal, leider völlig egal...Bastardo! Umso schöner und witziger wurde dagegen der Videodreh bei dem tollen Wetter und der fantastischen Landschaft.

Wie erklärst Du Dir das Phänomen, dass dein Hit schon so lange in den deutschen Charts steht, ohne ganz nach oben zu kommen?

Ich denke, Tu es foutu ist nicht gleich beim ersten Hören zu verstehen. Dadurch, dass er im Stil eines französischen Chansons aufgebaut ist, kommen neue Eindrücke hinzu: die Verbindung von traditioneller Musik und modernem Dance-Sound. In Griechenland und Russland gab es die gleiche Situation, dass der Song erst nach einigen Wochen richtig in die Top10 einstieg. Besonders unglaublich läuft es in Russland, wo ich vor mehr als 10000 Leuten gesungen habe. Alle hatten dieses Lachen in ihren Augen! Augen! Von Henrik Drüner

Kieler Nachrichten vom 05.05.2003