Jazz Nights 2006/2007

Es geht immer weiter, es hört nie auf. Auch die von Jazz thing präsentierte Jazz Nights-Konzertreihe beweist mit jedem neu verpflichteten Act die Vitalität des Genres und die damit verbundene Lebensanschauung. Die schönsten Konzertsäle der Republik stehen bereit für weitere hochinteressante Abende im Zeichen des Jazz.

Ganz aktuell spielt Klaus Doldinger in diesen Tagen seine letzten Termine der „Jubilee“-Tour. Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag und der Veröffentlichung der Passport-CD „Back To Morocco” vereint der Saxofonist die heutigen Passport-Musiker mit der 70er-Urbesetzung und willkommenen Gästen.

Nach einer Sommerpause setzen Randy Crawford & das Joe Sample Trio im Oktober ein weiteres Highlight. Sängerin Crawford wird als eine der „schönsten Stimmen Amerikas“ gepriesen und in einem Atemzug mit Aretha Franklin oder Ella Fitzgerald genannt. Vor immerhin 30 Jahren veröffentlichte sie ihr Debüt-Album, stand mit Al Jarreau und Ray Charles auf der Bühne und feierte Mitte der Neunziger Jahre ein viel gelobtes Comeback. Pianist und Komponist Joe Sample ist als Gründungsmitglieder der Jazz-Crusaders sogar noch länger im Geschäft. Der größte Erfolg aber gelang den beiden im Team: Crawford lieh 1979 dem Crusaders-Song „Street Life“ ihre warme, seelenvolle Stimme - und machte ihn damit zum Smash-Hit. Nun schließen die beiden Jazz-Urgesteine wieder an diesen Erfolg an und veröffentlichen auch eine gemeinsame CD.

Das Esbjörn Svensson Trio (e.s.t.) ist noch vergleichsweise jung im Musikbusiness, aber bereits jetzt ein europäisches Aushängeschild des Modern Jazz. Zu Beginn der Karriere, Anfang der Neunziger, ließ sich Pianist Svensson durch Keith Jarrett, Charlie Haden oder das Bill Evans Trio beeinflussen. „Einige Alben hatten wir daran gearbeitet, unseren eigenen Stil zu entwickeln. Die experimentellen Effekte und Sounds sind für uns selbstverständlich. Aber die Elektronik ist nur Puderzucker – was zählt, ist die Interaktion der Musiker, das Timing“, verrät der Sympathieträger. In der Begleitung von Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug) fasziniert e.s.t. vor allem live durch elegische Klangspielereien und eine packende Atmosphäre. Bei 15 November-Terminen sollte zumindest einer im Kalender Platz finden.

Der Ausblick auf das McCoy Tyner Trio sowie das Roy Haynes Quartet dürfte schon jetzt Vorfreude auf Februar 2007 wecken. McCoy Tyner hat als Pianist bei Coltranes „A Love Supreme“ seinen Teil zur Jazzgeschichte beigetragen, dessen Erbe er mit George Mraz und dem jungen Schlagzeuger Eric Harland teilt. Eine Schlagzeuglegende dagegen ist der heute 80-jährige Roy Haynes, der im Laufe seiner 60-jährigen Laufbahn quasi mit jeder Jazzgröße gespielt hat, unter anderem Miles Davis, Thelonious Monk oder Billie Holiday.

Informationen zur Jazz Nights 2006/2007 unter www.jazz-thing.de oder www.jazznights.de.