Jazzanova

 

Für den Sechserpack von Jazzanova schließt sich mit der Veröffentlichung „…Mixing“ (Sonar Kollektiv/Rough Trade) der Kreis ihres bisherigen Schaffens. Das Berliner DJ- und Produzententeam, das sich 1996 aus den Plattenauflegern Alexander Barck, Claas Brieler und Jürgen von Knoblauch sowie den Studioproduzenten Roskow Kretschmann, Stefan Leisering und Axel Reinemer zusammenfügte, absolvierte bis dato sämtliche Ebenen im Umgang mit Clubmusik.

Als gegen Mitte der Neunziger der allgemeine Trend im DJ-Zirkus aufkommt, Songs von Kollegen zu remixen und sich remixen zu lassen, machen Jazzanova den ersten Schritt und legen die vielumjubelte „Remixes 1997-2000“-Compilation vor. Nach jahrelangen Nächten im Delicious Doughnuts-Club hatte das Kollektiv eine gemeinsame Linie gefunden, deren musikalische Philosophie Claas Brieler wie folgt beschreibt: „Als Inspirationsquelle benutzten wir zahllose Platten aus Jazz, Brasil, Latino, Boogie, Soul, Folk, Soundtracks und rocklastige, experimentelle Fusion-Sachen aus den 70ern. Wir versuchten daraufhin, diese Sounds in Formate umzusetzen, die heute benutzt werden: House, Drum'n'Bass, Jungle, TripHop, NuJazz, HipHop und so weiter“.

An dieser Basis des Transformierens und Neuarrangierens änderte sich auch in den folgenden Jahren wenig, einmal davon abgesehen, dass Bezeichnungen wie NuJazz verpönt sind. Beliebter scheint mittlerweile das Niederreißen von Genremauern, verknüpft mit einem weltoffenen, globalen Denken. Nach dem offiziellen Debütalbum „In Between“ (2002) sowie der letzt jährigen “Remixed“-Veröffentlichung, bei der befreundete Künstler Songs von Jazzanova neu interpretierten, ist es nun an der Zeit für den fehlenden Mosaikstein: einen DJ-Mix. Der Aufbau der CD charakterisiert mit Aufwärmphase, Prime Time und Abflauen eine komplette Clubnacht, die - nach dem Vorbild von Radiokoryphäe Gilles Peterson - sowohl Klassiker wie Carol Williams und Bahamadia als auch Jill Scott, Phil Asher und drei eigene Produktionen in einen stimmigen Songfluss bringt. Jazzanovas aktuelles Motto lautet denn auch: “And this is it: it’s our taste, it’s what we do, it’s what we’re all about.” Henrik Drüner


Sonnabend, 23 Uhr, Luna.