Wiedergeburt in der Welle - Jubilee Night und Film-Release im Luna


Multimediale Sinnesmassage war Trumpf im Luna. Kein einseitiger Strom aus Reizen und Information, sondern gleichmäßige Beanspruchung von Auge und Ohr, von Hirn und Herz. Alles im guten Namen zweier Partys, die aufeinander prallten, ohne sich abzustoßen. Zum einen führten Nartak und The Havana Boys durch die "Jubilee Night", zum anderen feierte Daniel Opitz seinen Film-Release von Ka Nalu Nui – The Ultimate Surf.

Aber der Reihe nach: Passend zum Doku-Thema trafen anscheinend sämtliche Surfer aus Kiel und Umgebung zusammen, um Opitz' Werk zu bestaunen. Für die Uhrzeit herrschte bereits Großandrang an der Theke und vor der Leinwand – DVD in den Player, Film ab. Die nächste Stunde weilte der Fernwehgeplagte auf Maui/Hawaii und trank mit den Augen das blaueste Blau des Pazifiks. Wunderschöne Bilder, ästhetisch ansprechend in Szene gesetzt. Gut gebaute Wasserratten philosophieren im Paradies über das Gefühl von Wiedergeburt in der perfekten Welle, über den großen Kreislauf des Lebens und den Respekt vor dem nassen Element. Wer hätte gedacht, dass der Funsport derart tiefgründig sein könnte!?

Doch die Nacht bot mehr als "Vogel fliegt – Fisch schwimmt – Mensch surft". Nartak, Mastermind beim Hamburger Jubilee-Label, hatte auf der unteren Ebene bereits das Partyvolk auf Betriebstemperatur gebracht. Statt Vinyl ließ er hauptsächlich CD's kreisen, mischte jedoch genauso geschmeidig die Übergänge der basslastigen Tracks aus allen Stilen der Clubmusik. Ein DJ-Set auf Topniveau! Die Erfahrung aus jahrelangem Auflegen war wohl auch ein Grund, dass er seinen Schützlingen Jakob Seidensticker und Henrik Raabe die Partygemeinde in bester Stimmung übergab.

Das Duo brauchte nur eine kleine Bühne, um als Havanna Boys ihre Version eines clubtauglichem Live-Konzerts vorzutragen. Zwar jede Menge technischer Schnickschnack – bedient von Seidensticker – ansonsten jedoch nur Raabes Gitarre und ein sporadisch eingesetztes Mikro. Mit dem aktuellem Album Burnin' Dragon im Rücken spielten sich die beiden durch eine Mischung aus treibenden Grooves, feistem Dub und ambientem Filmscore. Henrik Drüner

Kieler Nachrichten vom 24.02.2003