Releasegala für die letzte Publikation auf dem Kieler Label Döner Diskothek

Countdown für "Kebap Kosmos Null Eins Null"

Kiel - Die Kosmonauten, Commandeur Horst Pillau jr. und sein 1. Offizier Ron Bongiourno, machen noch einmal Winke-winke, dann lässt sich das Döner-Diskothek-Duo von der Rapid KI-UH 110 der französischen Raketenbau-Erfolgsfirma Renault ins All schießen. Ziel: Uranus. Zuvor wird in der Hansa48 aber noch einmal mächtig musikalischer Weltraumstaub aufgewirbelt.

Warum gerade Uranus? "Das soll da ganz gut sein." Warum finaler Flug? "Keine Lust mehr auf diese Welt." Wer ist noch mit an Bord? "Unser Leib- und Magenkoch von Garip's sowie das polytronische Gehirn Helmuth." Kurz und präzise sind die Antworten von Pillau jr. alias Jochen Gäde. Es sind noch Vorbereitungen zu treffen, bevor mit "Kebap Kosmos Null Eins Null" (DD010) die zehnte und letzte Veröffentlichung auf dem Kieler Label gefeiert werden kann. Wieder einmal wühlten lokale und überregionale Bands und Projekte zum ausgerufenen Thema "Weltraum in der Musikgeschichte", 19 Songbeiträge landeten auf der Compilation - darunter Interpretationen von "Codo" (DÖF) und "Moonshine Heather" (Parliament). Das Cover ziert ein possierlicher Kosmonaut, eine Zeichnung der Kielerin und damaligen Schweriner Erstklässlerin Anja Scheller.

Eine Rückschau: Ende der Neunziger firmierten Jochen Gäde und Kompagnon Roland Schulz noch unter Höhle Tonträger, doch seit 2001 läuft die Döner Diskothek mit ihren CD- Preziosen auf Hochtouren. Selbstredend wurden die Alben der eigenen Band Disco Maxim mit ihrer speziellen Mischung aus Beat, Schlager und Chanson mit Punk-Attitüde verewigt, doch vor allem mit den Tribute-Samplern an Serge Gainsbourg, Billy Idol, Trio und Udo Lindenberg machten sie sich einen Namen.

"Ich hab' eine lachende und eine weinende Träne im Knopfloch", fühlt sich Gäde zwiegespalten. Erleichterung wegen eines möglichen Neu- und Durchstarts, Bedauern wegen der "an sich feinen Sache". Döner Diskothek hat die Kieler Musikszene in den vergangenen Jahren mitgeprägt und vor allem zusammengeführt. Beinahe ein Schmelztiegel aller Subkulturen, die sich bei DD zu Hause fühl(t)en. Entsprechend vielfältig liest sich auch die Teilnehmerliste zur finalen Releasegala: Freaky Miller, Material Girls, Nikk Sucid, Hoodoo Men, Spirit of Booze, B.C.C. & die brennenden Hunde, Ford Bronco Stunt Team oder Supernova Sexmachine präsentieren sich und ihre Songs je eine knappe halbe Stunde.

Auf das Weltraum-Thema kamen die Labelchefs, als sie mit Kurschatten 5 eine Cover-Version von "Ich möchte mit dir auf der Venus sein", die B-Seite des Schlagers "Millionen Song" von René Roland (1972), einspielten. "Schwuppdiwupp war die Idee geboren", so Pillau jr. "Beim letzten Mal ging es um Motorsport, also musste diesmal noch ein Brikett mehr aufgelegt werden. Die Bands haben das Thema gut umgesetzt, mit den üblichen Höhen und Tiefen und einem breiten Mittelfeld." Verlockend klingt das Angebot, während des ganzen Abends die DD-Merchandise-Produkte und den noch nicht ausverkauften Backkatalog zum Vorzugspreis erwerben zu können. Guten Flug, die Herren!

KN-Online