Kieler Woche: Buntes Paket auf der „Unser-Norden“-Bühne

 

Kiel – Ihre Kräfte bündeln die Sender R.SH, delta radio und Radio NORA wie in den Vorjahren auf der „Unser-Norden“-Bühne an der Hörn. Das Konzept ist so einfach wie einleuchtend: An den zehn Kieler-Woche-Tagen setzt sich das abendliche Musikprogramm meist aus einer renommierten Band in Kombination mit einer Cover- oder Partyband zusammen – unter der jeweiligen Schirmherrschaft eines der drei Sender.

Am Vorabend der offiziellen Eröffnung gebührt der britischen Popband Level 42 (19. Juni, 19.30 Uhr) die Einweihung der „Unser Norden“-Bühne. Eine ultimative Erinnerung an die 80er Jahre, an „Lessons in Love“ und das nicht minder erfolgreiche „Running in the Family“-Paket aus Song und gleichnamigem Album. Doch Level 42 stehen nicht nur für Vergangenes – 2006 erschien die neueste CD „Retroglide“ mit den weiterhin sehr ungleichen Sängern Mark King und Mike Lindup.

Seine scheuklappenfreie Sicht der Musikgeschichte möchte Sasha (21. Juni, 19.30 Uhr) unter Beweis stellen. Denn neben Charts-Pop und Rockabilly (als Dick Brave) wird der smarte Sänger im Juli auch seine jazzigen Fähigkeiten an der Seite von Klaus Doldinger’s Passport wecken. Haben wir ihn alle unterschätzt?

Über 100.000 verkaufte Alben von „The Colour of Snow“, über 300.000 verkaufte Singles ihres Nummer 1-Hits „Allein Allein“, eine ausverkaufte Tour durch halb Europa, Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park, Support von Depeche Mode und The Killers – die Fakten sprechen eindeutig für eine steile Karriere von Polarkreis 18 (22. Juni, 19.30 Uhr). Die Popgruppe aus Dresden hat mit bombastischem Synthie-Indie-Pop die ausgetretenen Pfade deutscher Popmusik stilsicher und konsequent umgangen. Dank Sänger und Gitarrist Felix Räuber und dessen Höhenflügen im Falsett klingen Polarkreis 18 wie eine Kreuzung aus Coldplay, a-ha und Sigur Rós.

Zu einem willkommenen Dauergast in Kiel entwickelt sich SoulPop-Lady Stefanie Heinzmann (23. Juni, 19.30 Uhr). Im Januar 2008 hatte die 20-jährige Schweizerin das Finale von Stefan Raabs TV-Casting-Show „SSDS“ gewonnen. Der Lohn: ein Plattenvertrag bei Universal Music. Mit Erfolg landeten ihr Debütalbum „Masterplan“ und die erste Single „My Man Is A Mean Man“ in den Charts. Dorthin wollen noch FairytaleSoundShow (21 Uhr) als Indiecator-Newcomer-Band mit progressivem Indie-Rock.

Der Name von Paul Carrack (24. Juni, 19.30) taucht in Verbindung mit einer großen Schar populärer Künstler auf, darunter Roxy Music, Pretenders, The Smiths und Elton John. Der britische Songschreiber, Sänger, Keyboarder und Gitarrist ist nicht nur ein gefragter Studio-Musiker, sondern auch Mitglied von Mike & the Mechanics. Bekanntes Songmaterial somit garantiert.

Über das Party-Doppel aus Schlagersängerin Marianne Rosenberg (25. Juni, 19.30 Uhr) und Kiels Kult-Tanzband Tiffany (22.00 Uhr) braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Wer hingeht, weiß eh Bescheid. Wer nicht hingeht, wird auch seine Gründe haben. Das Ziel von Reamonn (26. Juni, 19.30 Uhr) wird es sein, die Fanbasis zu halten, die man seit dem Hit „Supergirl“ aus dem Jahr 2000 mit melodischen RockPop zwischen verträumten Arrangements und dynamischeren Parts für sich gewinnen konnte. Unbestreitbarer Frontmann der fünfköpfigen Band: Raymond „Rea“ Garvey, gebürtiger Ire.

Vor seiner Zeit als Musiker arbeitete Olli Schulz (28. Juni, 19.30 Uhr) bereits als Stagehand für diverse jetzige Kollegen. Als sein Freund Marcus Wiebusch, Kettcar-Sänger und Mitbesitzer des Labels Grand Hotel van Cleef, seine frühen Songs hörte, bot er Schulz an, auf Grand Hotel eine Platte herauszubringen. Gesagt, getan: Zusammen mit seinem Freund Max Schröder debütierte Schulz 2003 mit „Brichst du mir das Herz, dann brech’ ich dir die Beine“. Sein aktueller Streich heißt „Es brennt so schön“, auf dem er uns auffordert: „Mach den Bibo“. Den Schlusspunkt setzen Ludwig van (22.00 Uhr) aus Flensburg, die als Sieger des John Lennon Talent Award 2009 wissen, wie man ein fremdes Publikum von sich überzeugen kann. Ihr Trumpf: facettenreiche Indiepop-Songs und agile Musiker um Sänger Jesper Jacobsen.

KN-Online