Local Heroes Landesfinale - Musikalischer Wettstreit ums Ticket nach Berlin


Kiel – Odeville, My Baby Wants To Eat Your Pussy, Ben*Jammin, Dioramic, Down On The Roof? Kein Begriff? Es sind die Namen der Bands, die in den vergangenen Jahren den Local-Heroes-Wettstreit für sich entscheiden konnten. Für die sechs Finalisten, die am Sonnabend in der Pumpe um das Ticket nach Berlin zum Bundeshalbfinale kämpfen, ist es bis zum möglichen Sieg am 22. November in Magdeburg jedoch noch ein weiter Weg.

Wenn Stefan Schmidt an die Teilnahme seiner Band Dog Eared Pages zurückdenkt, dann weckt es bei ihm ausschließlich positive Erinnerungen. „Uns hat der Landessieg vor drei Jahren einiges gebracht. Nicht nur der schlichte Eintrag in die Presse-Info, sondern vor allem die Kontakte, die aus der erhöhten Aufmerksamkeit entstanden sind.“ In diesem Jahr agiert Schmidt mit dem Label Coast Rock Records aus Kiel als einer der Organisatoren hinter den Kulissen des Bandwettbewerbs.

Nach insgesamt fünf Vorrunden in verschiedenen Städten und dem Bandmatch in Kiel stehen alle Finalteilnehmer fest: die Reggae-Combo Das Goldene Handwerk (Gewinner 1. Vorrunde Kiel), Pop-Punk von Männerurlaub (Sieger 2. Vorrunde Kiel) und Phlegmatix (Gewinner Vorrunde Lübeck), Vierkanttretlager (Sieger Vorrunde Elmshorn) mit Indie-Pop, die Metal-Freunde von Small Heap Misery (Gewinner Vorrunde Kellinghusen) sowie 4 Pilots and Sophie (Sieger Bandmatch Kiel) mit deutschsprachigem Pop-Rock. Alles Bands mit einem Durchschnittsalter unter 27 Jahren, die fast jedes Wochenende auf einer Bühne stehen und ihre Chance zum möglichen Durchbruch suchen. Als „special guests“ werden die Bands Last Sunday (Hamburg) und Bild in Ton (Kiel) außer Konkurrenz auftreten.

Seit 1991 existiert der Bandcontest, der in 14 Bundesländern sowie Österreich und Ungarn ausgetragen wird. Vorrangiges Ziel ist es dabei, gute Auftrittsmöglichkeiten für Nachwuchsbands und die Grundlage für eine bundesweite Vernetzung zu schaffen. Somit erklärt sich auch der Charakter der Veranstaltung, der statt Kommerz vielmehr auf einer ideellen Basis beruht. Die Reihenfolge der Bands wird vor Ort gelost, und die Entscheidung trifft das Publikum im Verhältnis 40:60 zu einer mehrköpfigen Fachjury. Jeder Zuschauer muss zwei Kreuze auf einem Stimmzettel abgeben und zwar erst am Ende des Abends. Schmidt: „Das ist fair und verhindert zu subjektive und intolerante Bewertungen.“ Dass so trotzdem ein gewisser Heimvorteil für die Kieler Gruppen besteht, kann er bestätigen. „Doch ich weiß auch, dass zum Beispiel Vierkanttretlager einen Fanbus von Elmshorn aus organisieren wollen. Die werden alle schon ihre Anhänger aktivieren.“

Besonders verlockend mag für die Finalisten klingen, durch den Sieg neben Preisen und speziell ausgerichteten Förderprogrammen auch Kontakte zu Labels zu bekommen, ins Programm der Musikmesse popkomm aufgenommen und als Tour-Support von namhaften Bands engagiert zu werden. Sicher ist zumindest: Den Titel „Local Heroes S-H“ kann der am Sonnabend siegreichen Band niemand mehr nehmen.

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