Louie Austen im Luna

„Hi, I’m Louie Austen. And I tell you that music keeps me staying alive!“ Worte eines Junggebliebenen, der die Frischzellenkur Musik in vollen Zügen aufgesogen hat und im Luna bewies, was Glamour und Coolness wirklich bedeuten.

Austen, komplett in weiße Schale geschmissen, hatte bereits nach dem Opener „The Lady is a Tramp“ die partyfreudige Zuhörerschaft auf seiner Seite, erntete zufliegende Herzen mit verschmitztem Grinsen und großen Gesten der New Yorker Broadway-Schule. Eben noch in Originalbearbeitung, zeigte sich daraufhin das zweite Gesicht des smarten Wieners: Seine langgezogenen Melodiebögen mit melancholischem Ton wurden nun unterlegt von harten Elektrobeats aus der Konserve, absolut eingängig und ansteckend tanzbar. Die auf den ersten Blick inkompatiblen Gegensätze ergänzten sich auf eine charmante, lässige und im besten Sinne unterhaltsame Art und Weise.

Warum ist bloß nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen, live gesungenen Bar-Jazz und Clubsounds zu kombinieren? Anscheinend wartete man nur auf die innovative Mixtur „Las Vegas meets Dance“, gemessen an den Reaktionen des euphorischen Publikums. Die Produzenten Pulsinger und Neugebauer hatten im Vorfeld eine Live-CD mit eingebauten Dynamiksteigerungen und Pausen für kurze Ansagen konzipiert, die in der Folgezeit durchlief, ohne dass dadurch ein künstlicher Charakter entstand. Auch ein Verdienst von André, der am Mischpult punktgenau dem Crooner zuspielte, umringt von der DJ-Riege (Frank Martiniq, Till von Sein, Xenon), die den musikalische Rahmen spannte und nun begeistert den Auftritt verfolgte. „Girls, I wanna see you move! Yeah, boys, check it out!” Entertainer Louie ließ keine Gelegenheit aus, um die Stimmung noch weiter anzuheizen. Nach Jahren als Barsänger im Wiener Marriott-Hotel scheint es dem österreichischen Frank Sinatra ins Blut übergegangen zu sein, welche Performance beim Publikum ankommt. Mit fast geschlossenen Augen lehnte er am Barhocker und besang bei „Easy Love“, „Same Again“ oder „Hoping“ das zeitlose Sujet um Liebe und dem ganzen Drumherum.

Immer wieder der Fingerzeig nach vorne, in die Zukunft gerichtet. Der Songtitel „Let’s do it together“ charakterisierte wohl am Besten das generationsübergreifende Happening, das standesgemäß mit „My Way“ als Würdigung an den großen Sinatra endete. Henrik Drüner