Luna Summer Camp 2008: Heiße Beats im kühlen Sand

Kiel – „Im Sommer halten sich die Leute bekanntlich lieber draußen auf, als in einem Club. Beides miteinander zu verbinden, lag quasi auf der Hand.“ Bei dem Gedanken, seine Gäste direkt am Falckensteiner Strand begrüßen zu dürfen, muss Kai Hellebrandt schmunzeln. Im Juli und August errichtet der Kieler Clubbetreiber freitags mit seinen Mitarbeitern das Luna Summer Camp bei der Deichperle.

Ausgestattet mit Dancefloor, Lounge, einer Bar und der bewährten stilistischen Vielfalt, gibt es nur eine einzige Voraussetzung: schönes, sprich trockenes Wetter. „In diesem Jahr wollen wir es einfach mal ausprobieren. Und dass sich diese Idee in Kiel, besonders mit Hilfe der Deichperle, realisieren lässt, ist doch super!“ Wie viele Kulturveranstalter und Programmgestalter muss sich auch Hellebrandt Jahr für Jahr ein adäquates Konzept überlegen, um über den Sommer zu kommen. „Das ist vor allen Dingen klimatisch bedingt. In mediterranen Ländern, mittlerweile auch in Berlin, ist die Verlegung des Clubs in ein Open-Air-Café gang und gäbe. Wichtig ist schließlich die Musik: Unter freiem Himmel hat dies eine besondere Faszination, und der Sound kann ganz anders wahrgenommen werden.“

Das Luna Summer Camp bietet das gewohnte Programm der Bergstraßen-Institution, indem sich abwechslungsreiche Clubmusik von TechHouse, Drum'n'Bass bis hin zu IndiePop und Alternative Rock mischt. Heute versetzen „Latin flavoured club tunes” im Zeichen von Brazilectro die Gäste durch Raum und Zeit von Friedrichsort direkt an die Copacabana. DJ Dave The Sheikh, der bislang bei jeder Tour bei Veröffentlichung der CD-Compilation nach Kiel kam, macht auch zur 10. Ausgabe keine Ausnahme. Hellebrandt: „Vor einigen Jahren waren wir am Tag nach dem Auflegen am Strand, lagen in der Sonne und badeten. Dave sagte schon damals, dass er hier unbedingt einmal feiern wolle.“ Mit der Balance zwischen tanzbaren Jazz-Grooves, afro-brasilianischen Beats und teils auch kubanisch angehauchten Latin-Vibes löst sich die „Brazilectro“-Reihe deutlich vom ehemaligen Chillout-Image und setzt neue Maßstäbe.

Auch für Claudia Marquardt alias p'toile aus Berlin wird der 18. Juli kein gewöhnlicher Abend in ihrem dichten ElectroTechhouse-Kalender sein. „Als Freundin des Hauses und gebürtige Kielerin ist es für sie ein besonderer Kick, in der alten Heimat vor so einer Location aufzulegen“, versichert Kai Hellebrandt. Wenn es nach ihm ginge, könnte das Camp ohnehin jedes komplette Wochenende ausfüllen, aber die Deichperle habe neben den Tagesgästen noch andere Anfragen, beispielsweise Hochzeiten oder Festivals. „Von daher sind wir froh, überhaupt in dieser wöchentlichen Regelmäßigkeit dort aufzuschlagen.“

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