8. Luna-Geburtstag

 

Kiel – Der Luna feiert seinen Geburtstag. Eine fulminante Sause, die von Jahr zu Jahr ausgedehnter zelebriert wird, da sich das Geburtstagsprogramm an den jeweiligen Jahresringen orientiert. Zum Achtjährigen wurde alles kurzerhand auf einen Monat ausgeweitet und quasi mit dem sonstigen Sommer-Special zusammengelegt. So kosten Eintritt und Getränke während des Geburtstags nur die Hälfte. Im Gespräch blicken Betreiber Kai Hellebrandt (35) und Kai Jaenicke (34) vor und zurück.

KN: Wie motiviert ihr euch, jedes Jahr wieder so ein Mammutprogramm aufzustellen?

Hellebrandt: Mit unserem Super-Geburtstag-Special erreichen wir auch immer einige Interessierte, die sonst nie oder sehr selten den Weg ins Luna finden würden. Trotz aller Berührungsängste kann man sich so auf angenehme Art mit unserem Musikprogramm auseinandersetzen. Und das ganz bewusst nur mit unseren Lokal-DJs, teilweise in verschiedenen Kombinationen – eine schöne Sache!

Das Luna Summer Camp im Juli und August war dagegen ins Wasser gefallen…

Hellebrandt: Ja, das war eher ein Satz mit x. Ein einziges Wochenende hätte vom Wetter super gepasst, an dem alles für uns lief – nur war dies genau das Wochenende im Juli, an dem das Deichperle Festival über die Bühne ging, das wir ja auch mit veranstaltet haben.

Jaenicke: Einige Luna-Besucher konnten unsere Entscheidung, den Abend dann doch lieber im Luna anstatt draußen zu machen, nicht nachvollziehen. Das ganze bedarf aber einer gewissen Vorbereitungszeit für Anlage, Licht usw., um alles aufzubauen. Wenn man mittags im Regen steht, fällt die Entscheidung nun mal gegen die Durchführung einer nächtlichen Open-Air-Veranstaltung.

Hellebrandt: Wir sind aber auch weiterhin heiß, im nächsten Jahr einen weiteren Versuch zu starten. So schnell lassen wir uns nicht vom Wetter die Laune vermiesen. Ideen und Gedanken für eine Fortsetzung haben wir reichlich. Denn was gibt es schöneres, als einen fantastischen Strand direkt vor der Tür zu haben und dort draußen unsere Musik in vollen Zügen zu genießen?

Welche Entwicklungen im Club seht ihr innerhalb des vergangenen Jahres?

Hellebrandt: Wir können mit Stolz behaupten, dass unser Freitag mit elektronischer Tanzmusik eine etablierte Konstante über die Jahre in der Stadt geworden. Es könnten natürlich angesichts der Größe Kiels gerne noch ein paar mehr Gäste sein. Aber es kommen halt genau die Gäste, die sich auch für die Musik interessieren. Klasse statt Masse. Deswegen kommen auch unsere Gast-DJs immer gerne wieder, weil sie sich einfach bei uns wohlfühlen. Ansonsten hatten unsere Jazz-Konzerte und Urban Poetry Lesungen vergleichsweise wenig Resonanz, insofern treten wir da kürzer. Generell wird immer deutlicher, dass die ganz großen Namen ziehen, aber Newcomer und Underground-Bands es immer schwer haben.

Sind die Indie-Rock-Partys mittlerweile eine feste Größe?

Hellebrandt: Sie haben eine Lücke im Club-Programm gefüllt, die aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken ist. Die Abende ergänzen wunderbar das übrige Stilangebot – als wär’s schon immer so gewesen! Zwar lief in der Vergangenheit „Listening In“ dienstags in einem vergleichbaren Segment, aber die Wochenenden mit „Hörsturz“ und „King Kong Klub“ haben sich bei uns wirklich gut etabliert.

Welche Highlights stehen in der näheren Zukunft an?

Hellebrandt: Strom & Wasser mit Heinz Ratz, Moonbootica, DJ Storm und Format B werden uns alle im Oktober besuchen kommen. Und außerhalb vom Luna haben wir die norwegische Rockband Motorpsycho in die Pumpe und Heinz Strunk in das Metro Kino eingeladen. Es wird also garantiert nicht langweilig im Herbst.

Und welcher Abend ist in bester Erinnerung geblieben?

Jaenicke: Wenn ich so zurückblicke: Vom Wildstyle-Abend im Februar fühlte ich mich eine Woche lang beseelt. Film, Gespräch mit Regisseur Charles Ahearn und HipHop Pioneer Busy Bee - da bin ich mit einem Grinsen eingeschlafen. Doch die Zahl der Nächte, in denen ich mitfeiere, nimmt ab. Da streikt mittlerweile der Körper – der Kopf könnte dagegen noch.

Hellebrandt: Ja, vor acht Jahren war das noch anders…