Mr. Confuse

 

Hörbare Freude über das Kompliment am anderen Ende der Leitung. „Super, die Homogenität des Albums war mir besonders wichtig! Ich gab mir auch richtig Mühe, schrieb extra ein Intro und Outro. Wegen der Trackliste hab’ ich mir stundenlang den Kopf zerbrochen.“ Ohnehin verwunderlich, wie es Mr. Confuse alias Martin Streng auf „Feel The Fire“ (Légère Recordings) geschafft hat, einen Mix aus Breakbeats, Funk und Soul unter einen schicken Hut zu bekommen, der darüber hinaus Schlenker zu Afro und Latin erlaubt.

Der 28-jährige Hannoveraner ließ sich Anfang der Neunziger von HipHop mitreißen und baute die Plattensammlung auf, die nun als Archiv diente: Ungefähr 10000 Samples liegen dem gesamten Album zugrunde. Neben hauptsächlich instrumentalen Funk-Stücken formen sie auch die drei Vokalsongs, darunter eine treibende Cover-Version von Debbie Debs „Lookout Weekend“ mit Funk-Gitarre, heiserer Orgel, Saxofon und Inna Vysotskas Gesang.

„Gerade der Kontrast ist doch interessant. Ich wollte die glatte Produktion der 80er um zwei Dekaden zurückwerfen und aufrauen. Dadurch entstand ein Sound, der auch als Vorlage für Debbie Deb hätte dienen können.“ Erstmals nahm der Produzent und DJ Vokalspuren auf, durfte hierfür in Ermangelung einer Gesangskabine das Studio von Ralf Droesemeyer (Mo’ Horizons) nutzen. Die lokale Kontakte prägen ohnehin das stilbunte Album, indem Hakan Türközü „The Groove Merchant” an der Hammond-Orgel brilliert oder Droesemeyers Kollege Marc Amadeus Figge bei „Imóvel“ kollaboriert.

Streng: „Ich verkörpere das Nesthäkchen in Hannover, aber das Auflegen mit den anderen macht großen Spaß!“ Bis Ende 2006 bildete Mr. Confuse gemeinsam mit Info & Kova das Breakout-Team, feierte mit „Planet Rock” sogar einen veritablen Hit. Doch jetzt wandelt er auf Solopfaden, wobei die Release-Party im September mit 14-köpfiger Live-Band steigt, darunter allein drei Posaunen. Bis dahin stehen noch die Diplomarbeit zum Informationswirt und ein Urlaub mit der Freundin an. „Danach kommt erstmal Plan B, also auflegen und produzieren.“