One Fine Day peilen mit dem dritten Album einen massiven Karriereschub an

Sprungbereit fürs nächste Level

 

Kiel/Hamburg - One Fine Day setzen alles auf eine Karte: Profimusiker. Der Hoffnungsträger heißt "One Fine Day" (Ferryhouse/Warner), steht jetzt in den Plattenläden und soll die fünf Norddeutschen aufs nächst höhere Level hieven.

Eingebettet in ein professionelles Umfeld aus Label und Management, wurden im Vorfeld sämtliche Optionen ausgeschöpft, die einer Band in Zeiten von Web2.0 offen stehen. So gleicht ihr MySpace-Auftritt einem ausgeklügelten Rattenfänger-System aus Musik-Clips, Präsentationsfilmchen und anderem zeitgemäßen Schnickschnack. Zudem vermittelt Sänger Marten Pulmer im Interview den Eindruck, als habe er sich auf dem Gebiet der Pressearbeit schulen lassen. Die Folge: etliche stereotype Antworten und gefällige Plattitüden. So erfährt man über den Bezug zu Kiel („Wir fühlen uns überall wohl, wo wir Musik machen können“), das neue Album („Wir haben uns keine stilistischen Grenzen gesetzt“) oder das Bandklima („Wir haben das große Glück, dass wir die besten Freunde sind, die auch noch quasi zusammen arbeiten“) alles und nichts.

Seit 2004 spielen One Fine Day in der aktuellen Besetzung: Neben Pulmer sind die Gitarristen Hendrik Burkhard und Roman Rossbach, Bassist Marco Köhrsen sowie Schlagzeuger Erik-Mac Essig aktiv. Das eigene Studio ist in Hamburg, geprobt wird weiter in Kiel, um Burkhard die Anreise aus Dänemark zu erleichtern. Dank der Kontakte, die 2006 beim Album "Damn Right" geknüpft wurden, machten sich One Fine Day erstmals bundesweit einen Namen. Henning Wehland (H-Blockx) unterstützte den Song "Burn", PinBoys-Sängerin Anne Kalstrup - Burkhards Freundin - half auch am Mikro, produziert hat die CD Donots-Bassist Jan-Dirk Poggemann. 2007 folgten eine große Deutschlandtour, Auftritte bei Rock am Ring, Rock im Park und dem Hurricane Festival sowie einige Promo-Termine in Japan.

Ihr Sound orientiert sich an dem PopPunk von US-Bands wie Blink 182, Good Charlotte, Papa Roach oder Billy Talent. Einhelliger Wunsch bei der dritten CD: Sie sollte nicht typisch nach Rock klingen, exemplarisch beim Swing-Song "The Shadow" mit Klavierjazz-Elementen. Doch das Konzert Anfang Februar im Vorprogramm von The Subways bewies, dass One Fine Day mit Hits wie "Jimmy's Day" das Spiel mit den krachenden Power-Chords nur partiell vernachlässigt haben. Der erstmalige Einstieg in die deutschen Single-Charts mit "Emily" spricht für ihren eingeschlagenen Weg.

Alle Mitglieder sind jeden Tag irgendwie mit der Band beschäftigt und konzentrieren sich mit Herz und Leidenschaft auf die Karriere. „Klar ist die Kohle ab und zu knapp“, räumt Pulmer ein. „Dann gibt es Jobs im Studio oder in einer Kneipe, aber es steht nichts im Weg. Und auch die Freundinnen machen mit. Der Traum, den man verfolgt, hat nichts damit zu tun, dass man ihn über einen Partner stellt.“ Ohnehin sei heutzutage in der Musikbranche gar nichts absehbar, schon gar nicht der Erfolg eines Albums. Pulmer: „Von daher kann man nur alles geben und alles versuchen“.

Aktuelle CD: „One Fine Day“ (Ferryhouse/Warner), Tourtermine: 5. Mai, Markthalle (Hamburg), 15. Mai, Roxy (Flensburg); in Kiel Auftritt auf der Kieler Woche

KN-Online