Paks Blue im Tucholsky

 

Nach sechs gemeinsamen Jahren kamen Paks Blue an die Weggabelung, an der schon so viele Bands entscheiden mussten, wohin die Reise geht. „Entweder wären wir zu einer langweiligen Oldiesband geworden, oder wir hören ganz auf“ formuliert Frank, Bassist der Kieler Coverband, die gegebenen Möglichkeiten. Paks Blue entschieden sich für Letztere, so dass im Tucholsky das Abschiedskonzert gefeiert wurde.

Mit ihrem Programm aus Hits der 60er bis 90er konnte das Quintett seit 1997 einige Erfolge verbuchen, spielte in Frankfurt, Berlin oder auf Fehmarn bei Hochzeiten, Stadtfesten oder Club-Gigs. Doch mit der Zeit gingen die Prioritäten zwischen Beruf und Band auseinander und auch das Repertoire hatte sich etwas totgelaufen. „Wir ziehen den Schlussstrich mit einem lachenden und einem weinendem Auge“ bilanziert Frank und trifft damit genau die Stimmung vor dem Konzert: Einerseits ausgelassen und feuchtfröhlich, andererseits mit Wehmut in den Gesichtern. Volker Meyer, der die Band von Anfang an betreute und ihr den Großteil der Auftritte verschaffte, geht es ähnlich: „Die haben sich musikalisch nie prostituiert, sondern mit Leib und Seele gespielt – das macht den Unterschied zwischen Coverbands. Ich verliere zwar eines der besten Pferde im Stall, aber heute möchte ich Spaß haben“.

In den nächsten Stunden durchpflügen Paks Blue ein letztes Mal die Musikgeschichte, von den Beatles über AC/DC bis zu Sheryl Crow. Viele Freunde und Bekannte verstärken zusätzlich die familiäre Atmosphäre im zahlreichen Publikum, sorgen für Bewegung und dankbares Goutieren der Classic-Rock-Show. Sänger und Gitarrist Peter erinnert daran, dass nur noch heute Abend die „besoffenste Band der Welt“ erlebt werden könne und mimt perfekt den unterhaltsamen Rampentiger. Bei „Cocaine“ wird Volker Meyer spontan als Gastsänger auf die Bühne geholt, während die weiblichen Parts wie bei „Venus“ dank Kathrins warmer Stimme punkten. Nach einem Jahr Pause war sie für das Finale wieder zur Band gestoßen – nicht nur symbolisch eine gelungene Geste.
So endet das Kapitel Paks Blue im würdigen Rahmen mit einem - auch für neutrale Zuhörer – kurzweiligen Konzert. Und sicher ist: Jeder Abschied birgt einen neuen Anfang.