Poolstar: Auf und Ab im Energiehaushalt

Kiel – Poolstar scheinen die Herausforderung zu suchen. Zumindest deutet es der Tourkalender an, der für diesen Freitag gleich zwei Konzerte an zwei Orten vorsieht. „Spätnachmittags spielen wir beim Elbinselfestival Open Air, danach hat der Abend doch noch gar nicht angefangen! Also beschlossen wir mit unserer Supportband Three Chord Society, im Norden noch einige Termine mitzunehmen“, erklärt Sänger Töff Malstroem am Telefon die logistische Suche nach dem Extrem. „Die Jungs fahren vor, machen Soundcheck in der Schaubude und wir kommen später dazu. Das kann man nicht jeden Tag machen, vor allem nicht dieses Auf und Ab im Energiehaushalt zwischen Tourbus und Bühne. Echter Rock'n'Roll-Jetset!“

Den richtigen Schub bekamen Malstroem, Felix Kinniro (Gitarre) und HouZa (Drums) aus Berlin-Kreuzberg vor einem halben Jahr durch Spree, den neuen Mann am Bass. Vorher nutzen sie die Dienste eines programmierten Sequenzers. Malstroem: „Es gab zwar ein massives Bassisten-Casting, aber wir haben schlicht und einfach keinen gefunden, der zu uns passte. Drei Berliner mit eigenem Humor, das ist schon hart als Neuling. Vor allem live sind wir jetzt wesentlich flexibler, können spontan auf Situationen eingehen.“

Bei ihrem Gitarren-Rock mit viel Druck und Punk-Attitüde, der oft Vergleiche zu den Beatsteaks provoziert, spielt das eine entscheidende Rolle. Das aktuelle Album Poolstar liegt schon zwei Jahre zurück, doch die Band arbeitet derzeit an ihrer dritten Platte, die Single Silverspoon wird bereits über das eigene Label vertrieben. Poolstar kontrollieren sämtliche Marketing-Bereiche im Alleingang und nutzen MySpace als Plattform. „So wurde auch Rod Gonzales auf uns aufmerksam, der uns daraufhin als Ärzte-Support vorschlug. Jetzt haben wir Auftritte vor 37000 Menschen!“

Im August folgen weitere zwei Konzerte mit den Ärzten, immer verbunden mit dem Wunsch, eines Tages Miete und Brötchen nicht mehr als Bar-Mann, Musiklehrer, IT-Spezialist und Event-Manager verdienen zu müssen. Ungewöhnliche lokale Popularität genießen Poolstar in Berlin. Die Online-Ausgabe von „Der Tagesspiegel“ startete vor einem Jahr ihre Kampagne „Wichtige Nachrichten brauchen Platz“. Über MySpace wurden Repräsentanten gesucht, unter anderem eine Band. Poolstar wurden ausgewählt, schicke Fotos geschossen. „Jetzt fahren wir auf den Taxen Berlins durch die Gegend. Am Anfang war es noch richtig überraschend, mittlerweile gewöhnt man sich beinahe daran, wenn das eigene Konterfei vorbeirauscht.“

Die Supportband Three Chord Society in der Schaubude sind fünf Jungs aus Bad Segeberg, die sich dem MelodyCore im Stile kalifornischer Skatepunks verschrieben haben. Auch bei ihnen ist das dritte Album in Arbeit, damit nach fünf Jahren und über 100 Shows der Traum realisiert werden kann, irgendwann die Bühnen dieser Welt zu erobern.

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