Quantic und Dublex Inc. gemeinsam an den Plattentellern im Luna


Die Ruhe vor dem Sturm war deutlich spürbar. Erste Vorboten vom Auftritt des legendären Grandmaster Flash kündigten sich mit Nachdruck und den offensichtlichen Konsequenzen an: Selbst nach Mitternacht verliefen sich im Luna nur vereinzelte Partyjünger, mit fragenden Blicken oder Geld und Energie für beide aufeinander folgenden Abende. Die Tresenkräfte durften mangels Beschäftigung die Eintrittsbändchen für das große Event schneiden und sortieren – bestimmt nicht „business as usual“ an einem Freitag.

Dabei standen mit Quantic und Dublex Inc. zwei namhafte DJ`s auf dem Programm, die ein volles Haus verdient gehabt hätten. Während die Kieler Xenon, Turnstyle und Bright schon die ersten Bässe durch die Räumlichkeiten rollen ließen, genoss Will Holland alias Quantic vor dem Set noch ganz britisch eine Tasse Tee. Der erst 22jährige DJ, Remixer und Produzent aus Brighton wird von internationalen Kollegen nicht nur wegen seines hervorragenden Albums geschätzt. Zusammen mit dem Stuttgarter Robin Hofmann als Dublex Inc. hat sich mittlerweile auch ein bestens eingespieltes DJ-Duo zusammengefunden, das auf der „The Apricot Morning Tour 2003“ seine Version von stilvoller Clubmusik vorstellt. Zwei sympathische Typen in Schlabber-T-Shirts, völlig frei von Starallüren oder arrogantem Gehabe.

Die Musik war vielmehr der Star: Eine wilde Mischung aus Jazz, HipHop, Funk, Soul, Dub und Breakbeats ließ keine Wünsche offen. Beide arbeiteten wie aus einem Guss, reichten die Scheiben von Hand zu Hand, zwängten sich hinter den Plattentellern nebeneinander und voreinander, immer die Regler und Tänzer im Auge behaltend. Mittlerweile waren auch genügend Nachtschwärmer gekommen, um die Tanzfläche zu füllen. Die Basis der Songs waren größtenteils HipHop-Beats, die entweder mit alten Funk/Soulklassikern oder modernen Sounds verbunden wurden. So fand neben „Is you is or is you ain’t my baby?“ von Dinah Washington im Rae & Christian-Remix auch Morgan Geist’s “24 k” seinen Platz im kunterbunten Set.

Schönes Detail: Viel Seven-Inch-Vinyl wurde im Rhythmus des laufenden Tracks aus den Plattenkisten gezogen – beides sprach für die Liebe zur Materie. DJ-Duo und Tänzer trieben sich gegenseitig zu immer neuen Höhen, so dass letztendlich die Tea-Time noch zu einer tollen Nacht geriet. Henrik Drüner