Robbie Smith & The Soul Survivors - Sympathisch und seelenvoll

Kiel – Einen stimmungsvolleren Auftakt hätten sich die Veranstalter des Duckstein-Festivals nicht wünschen können. Neben all den lobenden Worten von Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz über die Vorzüge der Stadt und über das Renommee des Festivals als feste Größe im Kultur/Gourmet-Kalender passt das Auftaktkonzert von Robbie Smith & The Soul Survivors perfekt ins sorgenfreie Bild. Hedonistisches Gute-Laune-Programm und vielfältiger Sinneskitzel im Stile eines gelungenen Urlaubstages.

Beinahe übertrieben kitschig die Begleiterscheinungen: Zartrosa Wolken werden vom Sonnenuntergang an den Himmel getupft, später steigen von der Dachterrasse des Hörn Campus diese neumodischen Leuchtballone zum pittoresken Vollmond auf, dazu das obergärige Altbier des Hauptsponsors. Ausschließlich strahlende Gesichter vor der Wasserbühne. Die Verlegung der Bühne aufs Festland lässt den Zuschauerraum an der südlichen Hörnseite automatisch gefüllter erscheinen.

Leichtes Spiel also für Robbie Smith & The Soul Survivors, vor allem dank Maud Rakotondravohitra. Die Gastsängerin mit karibischen Wurzeln, geboren in Paris und wohnhaft in Hamburg, bezirzt die Festivalbesucher, reißt sie tanzend mit und versprüht ihre positive und gleichzeitig gänzlich unprätentiöse Aura. In dieser geschulten Kombination aus Gesang, Tanz und Entertainment wird deutlich, warum sie eine Rolle beim Musical "König der Löwen" übernehmen durfte. Hinter ihr vier abgezockte Profis, die solche Auftritte aus dem Effeff spielen: Robbie Smith & The Soul Survivors.

Das Repertoire beschränkt sich auf Cover-Songs mit hinlänglich bekannten Nummern aus dem Soul, Funk & Groove-Tiegel. Also nur geliehene (Song-)Ideen, nur geliehene Gefühle und dementsprechend wenig innovativ – aber das Quintett interpretiert diese Stücke so sympathisch und seelenvoll, dass man ihnen gratulieren muss. Keyboarder Simon Grey, wie Smith bereits Backing-Band-Mitglied bei der TV-Farce „Popstars“, glänzt dabei mit synkopischen Rhythmen und leichten Jazz-Voicings. So bekommen "Street Life", "Mas Que Nada" oder "Ain't No Mountain" trotz der Jahrzehnte währenden Dauerrotation ein wenig frisches Leben eingehaucht. Gitarrist Roland, Bassist Michael und Namensgeber Robbie Smith am Schlagzeug agieren solide. Hier ein beherztes Solo, da ein improvisierter Schnörkel oder ein Gesangseinsatz bei Marvin Gayes "What's Going On".

Aber das Zentrum des Bandgefüges verkörpert Maud. Die zierliche Sängerin genießt den Auftritt. Selbst die obligatorischen Mitsing-Spielchen treffen bei ihrer Animation auf ein willfähriges Publikum, so dass "I Love Your Smile" von Shanice und Miriam Makebas "Pata Pata" von einem vielstimmigen Zuschauer-Chor getragen werden. In der zweiten Programmhälfte nimmt die Hit-Dichte ein wenig ab und macht Platz für einen Rap-Part in "Shackles (Praise You)", für Amy-Winehouse-Zitate und Mauds persönlicher Lieblingssong "Sunshine (I Can Fly)" von Raul Midón. Ein Bilderbuchstart.

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