Ein Himmel voller Geigen, Kiel voller Gitarren


Jack Daniel´s RockNights in diversen Lokalitäten

So etwas hatte Kiel bisher wohl noch nicht erlebt: einen Abend lang bot sich Musikfreunden und Festivalgängern die Möglichkeit, an einem außergewöhnlichen Event teilzuhaben. In gleich sechs städtischen Clubs spielten zahlreiche Bands im Rahmen der Jack Daniel´s RockNights auf.

In der ordentlich gefüllten Pumpe begannen Nevis mit Alternative Rock, der wohlwollend vom Publikum aufgenommen wurde. Uncle Ho aus Wuppertal legten anschließend noch eine Schippe drauf und rockten mit ihrem Crossover-Sound durch das Programm. Nicht nur aufgrund ihrer Charts-Single "Whatever Happened To The 80s" vom aktuellen Album "Pocketrocket" durften die Donots als Top-Act in der Pumpe ran. Leider spielten zeitgleich in der Traumfabrik Dog Eat Dog, die in diesem Jahr erstmalig in Europa auf Tour waren. Also Prioritäten setzen, aufs Fahrrad und ab in die Trauma. Dort beendeten Sub7even gerade ihren Gig, zu dem bestimmt viele gekommen waren, um den Radio-Ohrwurm "Weatherman" live zu hören.

Die Stuttgarter Farmer Boys repräsentierten den sogenannten New Metal mit enormem Nachdruck, wenn die Intensität in Dezibel zu messen gewesen wäre. Ohrenstöpsel als absolutes Pflichtutensil! Harte Gitarren-Riffs, pathosgeschwängerte Stimme und Inszenierung von Frontmann Matthias Sayer, umspült vom Synthieteppich: der CD-Titel "The World Is Ours" schien sich auf der Bühne widerzuspiegeln. Die Headliner der gesamten Veranstaltung, Dog Eat Dog aus NYC, hatten diese Gebaren nicht nötig. Stattdessen versprühten sie eine tolle Stimmung, die sich auch gleich auf den Moshpit in der proppenvollen Trauma übertrug. Besonders die Hits "No Fronts", "Who´s the King" oder "Expect the Unexpected" wurden enthusiastisch mitgebrüllt. Der bei den Farmer Boys so vermißte Groove und die Spielfreude hatte in Dog Eat Dog mit Bass, Schlagzeug und Percussion in Verbindung mit ungestümem Rock genau die passende Antwort gefunden. Henrik Drüner