Folk-Singer/Songwriterin Sarah Noni Metzner kommt ins Prinz Willy

Reise durch üppige Bilder und Emotionen

 

Kiel - Selten vertragen sich Qualität und Quantität. Egal, welche von beiden dominieren will - es geht meist auf Kosten der anderen. Bei Sarah Noni Metzner jedoch, die in knapp vier Jahren bereits drei Langspielplatten veröffentlichte und die Studioarbeiten am nächsten Werk abgeschlossen hat, herrscht diesbezüglich traute Eintracht. In kürzester Zeit avancierte die Sängerin, Gitarristin und Pianistin zu einer zentralen Figur in der kanadischen Musiklandschaft.

Gute, erfolgreiche Singer-Songwriter kommen aus den USA? Fast richtig: Kanada hat da auch einige zu bieten. Zum Beispiel die alte Garde mit Neil Young, Joni Mitchell, Leonard Cohen und Gordon Lightfood. Oder eben die jungen Emporkömmlinge wie Sarah Noni Metzner aus Toronto. Deren aktuelle CD trägt den Titel "Mansion of Happiness" - frei übersetzt „Herrenhaus des Glücks“ - und verweist auf ein Brettspiel des 18. Jahrhunderts. Für die Kanadierin verkörpert das Album „ein gewagtes Hinterfragen von Moral, Sexualität und Tradition zwischen eingängigem Pop, sanften Folk-Balladen, dramatischen Orchesterstreichern und Hip-Hop-Rhythmen.“ Die Kritik zeigt sich begeistert, fabuliert von „Musik wie Glamour, Soul und Seide, Tattoos und Mandolinen“, von einem „eklektischen Soundtrack zu einer Reise durch üppige Bilder und Emotionen.“

Dementsprechend sollten die Auszeichnungen auch in der Vergangenheit nicht auf sich warten lassen: 2006 wurde Metzner für die vorangegangene Platte "Daybreak Mourning" als beste Songwriterin bei den Folk Music Awards nominiert, 2007 gewann sie den Preis als beste Solo-Künstlerin und gab im selben Jahr auf der Berliner Popkomm ihr Europa-Debüt.

In ihren Songs entfaltet Sarah Noni Metzner einen wahrlich ungewöhnlichen, gleichwohl interessanten Mix von Stilen. Romantische und rockige Folk-Balladen wechseln sich mit rhythmischen Country- oder Soul-Songs ab. Eingebunden sind diese abwechslungsreichen Arrangements in akustische, elektrische und manchmal subtil elektronische Elemente. Im Mittelpunkt steht dabei stets die klare Stimme der Protagonistin. Angesprochen auf ihre Einflüsse beim Songwriting, erzählte Metzner in einem Interview mit einem kanadischen Radiosender: „Auf jeden Fall Bob Dylan. Aber auch Blind Melon, Joni Mitchell, Taj Mahal und Jazzkünstler wie Ella Fitzgerald spielen eine Rolle.“ Doch traditionelle Einflüsse hört man eher selten.

Vielmehr sind es die Songtexte, mit denen Sarah Noni Metzner den Ausgleich zwischen Wort und Ton schafft. In ihnen thematisiert sie Probleme mit Alkohol und Drogen, widmet sich aber auch den emotionalen Dauerbrennern: Liebe, Trauer und Verlust. Oft greift Sarah zu Sprechgesang, um ihren Worten Nachdruck zu verschaffen. Und beweist so, dass sie nicht nur über eine tolle Gesangsstimme verfügt, sondern auch eine hervorragende Liedermacherin ist.

KN-Online