Special Guest: Raus aus dem Korsett der Cover-Songs

Kiel – Irgendwann kam der Moment, an dem es nicht mehr reichte, nur Cover-Songs zu spielen. Zu viele eigene Ideen spukten im Kopf herum, wollten Lieder werden. Ein schleichender Prozess in der jungen schleswig-holsteinischen Band Special Guest, die nun in der Schaubude zeigen will, welche Richtung das neu entwickelte Songwriting einschlägt.

Sören Lemke (Gesang, Gitarre), Nils Koblitz (Gitarre), Sebastian Preusler (Bass) und Jana Klöpfer (Schlagzeug) hatten sich im Repertoire seit Ende 2004 auf britische und amerikanische Bands spezialisiert, die Druck und Melodie zwischen Punkrock und BritPop vereinen. Songs von Oasis, Bad Religion, Nirvana, Blur, White Stripes, Arctic Monkeys oder The Vines spielte das Quartett auf den Bühnen von Fehmarn. Immer wieder die gleichen Adressen, fünfmal im Dreamland, fünf Mal im Charchulla, aber ohne den großen Durchbruch.

Entstanden sind Special Guest aus der ehemaligen Schulband des Insel-Gymnasiums, White Dots. Bandleader Sören Lemke übernahm wechselnd die Rollen des Sängers, Gitarristen und Bassisten. Zwei Lehrer fungierten als Mentoren und Starthelfer, indem sie einen Proberaum und Equipment zur Verfügung stellten. Die Wahl des Bandnamens gestaltete sich ebenso ungewöhnlich wie spontan. Während eines Oasis-Konzerts fiel der Blick auf die Eintrittskarte: „Oasis & Special Guest“. Als großer Fan der Gallagher-Brüder war für den Wahl-Hamburger Lemke die Entscheidung gefallen.

Seit Juni wird die Band durch Neuzugang Tammo Walter verstärkt. Lemke: „Ich habe ihn auf der Berufsschule kennen gelernt. Das passt super, weil wir qualitativ besser werden wollen. Einige Stücke, die wir vorher wegen der Besetzung nicht spielen konnten, sind mit ihm kein Problem. So bekommt unser Programm immer mehr Profil. Das liegt vor allem am Keyboard, aber auch an der zweiten Gitarre. Und singen kann er auch!“

Anfang 2008 folgten die Studioaufnahmen, um sich mit der Demo-CD bei Veranstaltern oder einem Bandwettstreit zu bewerben. „Es sind bewusst nur drei Lieder geworden. Für ein richtiges Debütalbum müssen wir noch mehr eigene Songs schreiben. Aber das ist in Planung“, versichert Sören Lemke. Auf Fehmarn haben die Musiker ihre Wurzeln, doch leben und arbeiten sie mittlerweile verstreut in Norddeutschland. Auch Schlagzeugerin Jana wird mit dem bestandenen Abi 2008 berufliche Perspektiven suchen. So beschränken sich die Proben aufs Wochenende, wenn alle auf die Insel kommen und am Programm für den ersten Auftritt in Kiel feilen – einem Mix aus Eigenkompositionen und unverkennbar rockigen Cover-Songs. Doch der Anteil an fremden Federn wird immer geringer, von Konzert zu Konzert.

--------------------------------------------------------------------------------
Im Internet finden Sie diese Meldung unter der URL:
http://www.kn-online.de/artikel/2427694