Vor dem heutigen Konzert: Sportfreunde Stiller über Songs, Grand Prix und Heimatgefühle


Da ist er endlich, der kleine Burli! Das dritte Album der Sportfreunde Stiller zeigt das Münchener Trio weiterhin als deutschsprachige Rocker, mal mit harten Metal-Riffs oder pianogeschwängerten Balladen. Genau diese Mischung, versetzt mit Humor und Unbekümmertheit, lieben die Fans an ihren Sportis Peter Brugger (Gitarre, Gesang), Florian "Flo" Weber (Schlagzeug) und Rüdiger "Rüde" Linhof (Bass). Vor dem Konzert heute abend in der Halle400 beantwortete "Flo" Weber den Szenen noch ein paar Fragen.

KN: Nicht nur durch die Songtitel "Lauth anhören" und "Ich, Roque" verweist ihr auf Fußball-Profis der beiden Münchener Clubs. Trotzdem der Glückwunsch nach Bremen?

Flo: Werder Bremen war der Titel nicht mehr zu nehmen. Durch Spielwitz und Ailton sind sie verdienter Meister 2004.


Der Sound auf der neuen CD klingt nicht überraschend, oder positiv: knüpft nahtlos an den Vorgänger "Die gute Seite" an. Hat Produzent Uwe Hoffmann gezielt die Handschrift der Sportfreunde betonen wollen, um eine Identifikation zwischen Sound und Band zu bewirken?

So sehen wir das gar nicht. Eine musikalische Entwicklung und leichte Veränderung ist vorhanden – wenn auch nicht um 180 Grad.


Peters Texte haben dieses Mal einen starken Befindlichkeitseinschlag, drehen sich um Zwischenmenschlichkeiten und Freundschaft. Trotzdem kommt immer wieder der Punkrock-Gedanke durch (Rülpsen, Lachen, etc.). Zwei Seiten einer Medaille?

Wir wollen nur immer betonen, dass wir das Leben und vor allem uns selbst nicht zu ernst nehmen. Dann ist alles locker und flockig!


Inwiefern hat sich Euer Songwriting im Laufe der gemeinsamen Zeit gewandelt? Gibt es bandintern eine Entwicklung?

Mittlerweile beteiligen sich alle drei an den Texten, früher war in erster Linie Peter der Autor. Die Musik kommt und kam immer von allen.


Wie seht Ihr die derzeitige polarisierende Diskussion um das neue "Heimat-Gefühl" deutschsprachiger Bands wie Mia? Bekommt Ihr diesen Trend auch zu spüren?

Wir wurden einst wegen Heimatlied in so eine Diskussion verwickelt. Lächerlich! Aber so ein Pro-Deutschland-Gefühl ist nicht vonnöten.


Seid Ihr im Nachhinein froh, nicht für den Vorentscheid des Grand Prix zugesagt zu haben oder wurmt eher die verpasste Chance, sich einem Massenpublikum zu präsentieren?

Die Situation ist nach wie vor dieselbe: Zwei von uns hätten's gern gemacht, einer hat gekotzt. Alles ist trotzdem gut.

Im letzten Song "1.Wahl" und dem anschließenden Hidden Track betreibt Ihr bewusstes Understatement ("Nur durch Tricks und Gaunerei sind wir vorne mit dabei"). Ist die derzeitige Tour für Euch die angesprochene "Schussfahrt ohne Sicht"?

Die ersten Konzerte der Tour haben bewiesen: Das ist DIE Zeit unseres Lebens! Wir genießen sie – und holen weiter ganz weit aus.

Sportfreunde Stiller spielen heute, 20 Uhr, in der Halle400. Support: Miles.

Von Henrik Drüner

nordClick/Kieler Nachrichten vom 12.05.2004 01:00