Sterling International kommen ins Weltruf

Liebliches Land - jetzt auch auf Englisch

 

Kiel – Kompetent freundlicher Kundenservice wird bei Sterling International groß geschrieben. Um dem Wunsch vieler Fans außerhalb Dänemarks nachzugehen, die bislang mit einem Wörterbuch vor dem CD-Player kauern mussten, nahm das Kopenhagener Trio ihr letztes Album kurzerhand noch einmal auf. Diesmal mit englischsprachigen Texten.

Aus „Yndigt Land“ (Liebliches Land) wurde somit „Celebrations“, und aus einer anfänglichen Schnapsidee eine global funktionierende Indiepop-Platte. „Ich singe seit 2004 auf Dänisch, doch mit der Zeit kamen immer mehr Fans aus anderen Ländern hinzu“, begründet Mads Nygaard den ungewöhnlichen, aber plausiblen Schritt. „Oft hörten wir: 'Ich liebe eure Musik, aber ich verstehe kein Wort von den Texten!’ Da die Songs ohnehin existierten, war der zweite Aufguss kein Problem.“

Bereits Mitte der Neunziger gründeten Sänger Nygaard und Jonas Linnet die Band Novopop. Eiferten sie am Anfang noch ihren Britpop-Idolen Blur und Pulp nach, entwickelten sie schon bald eigene Ausdrucksmöglichkeiten. 2000 schließlich änderten die beiden gemeinsam mit Ole Jeppesen ihren Namen in Sterling International, eine Hommage an den englischen Formel 1-Fahrer Sterling Moss und Sterling Morrison, den Gitarristen von Velvet Underground. Ihr Debütalbum „Solo Danser Mama Sjus“ wurde 2004 veröffentlicht. Seit 2005 sind Sterling International beim renommierten Label Crunchy Frog unter Vertrag, wo im Folgejahr ihr zweites Album „Yndigt Land“ erschien.

Mit „Celebrations“ bekommt man nun die Möglichkeit, die Welt von Sterling International noch besser für sich zu entdecken. Mads Nygaard: „Ich bin kein singender Poet, aber die Texte sind schon sehr wichtig für uns. Das Gewicht zwischen Musik und Texten ist etwa fifty-fifty. Ich hab bei den Neuaufnahmen versucht, ganz neue Sujets zu behandeln, aber es war unmöglich – sie schienen mit der Musik und den Melodien verbunden. Zumindest gibt es keine Eins-zu-eins-Übersetzung der Ursprungstexte, das klang furchtbar. Umso befreiender war das Gefühl, mehr am dem Ausdruck des Gesangs arbeiten zu können. Selbst ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung spüre ich noch diese Erleichterung.“

Weil die Grundthemen, also Leben und Liebe, bei Sterling International auf eine eigene Art und mit einer unverbrauchten Sichtweise angegangen werden, zieht die Presseinfo Vergleiche zu deutschsprachigen Sängern der Marke Kristof Schreuf (Kolossale Jugend) oder Jochen Distelmeyer (Blumfeld). Nygaard zuckt am Telefon mit den Schultern: „Ich kenne ein wenig die Hamburger Schule, Blumfeld und Tocotronic. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wir versuchen, sowohl Beach Boys als auch Pixies in unseren Sound zu integrieren. Eine sehr explosive Mischung: zum einen das beschwingte Element, zum anderen die Aggressivität.“

Zurzeit ist das Trio im Studio, um das vierte Album aufzunehmen, nur unterbrochen von der kleinen Tour in Norddeutschland mit fünf Terminen. Man sei zum ersten Mal in Kiel und völlig unerfahren, was Stadt und Club betrifft. „Aber wir haben drei Freunde mitgebracht, die auf der Bühne richtig die Sau rauslassen. Als Nebeneffekt können wir so den Albumsound komplett umsetzen, ohne auf Midi-Spuren zurückgreifen zu müssen.“

Heute, 21 Uhr, Weltruf (Lange Reihe 21-23)