The LK - Von Liebe, Sehnsucht und Pandabären

Kiel – Sie hatten sich das Ziel gesetzt, den längsten Bandnamen im Universum zu haben. Vielleicht eine Schnapsidee, womöglich ein Hauch von Profilneurose, aber es hieß dann: The Love Of Kevin, Colour, Chaos And The Sound Of K. Dass Fredrik (Gitarre, Trompete) und Lindefelt (Drums, Gesang, Sounds), die beiden Protagonisten, sich mittlerweile The LK nennen, hat auch seine Gründe. Sicher ist, dass der heutige Auftritt in der Schaubude sehr interessant zu werden verspricht.

„Es hat uns bald verrückt gemacht, CDs und Plakate mit dem langen Namen zu gestalten“, muss Lindefelt im Interview eingestehen. „Dadurch entstand erst einmal die kürzere Form The Lovekevins. Nachdem wir wegen diverser Solo-Aktivitäten einige Zeit getrennt gearbeitet hatten, stellten die Aufnahmen zum aktuellen Album eine Art Neuanfang als Duo dar. Also nahmen wir den ursprünglich längsten Namen und machten daraus einen der kürzesten.“ The LK. Aus dem schwedischen Malmö.

Nach drei EP-Veröffentlichungen und kleinen Hits, die sich in den heimischen Radiocharts platzierten, ist seit diesem Sommer ihr Debütalbum "Vs. The Snow" zu haben. Es vertont ein Wechselspiel aus verstörenden, abstrakten Sounds und großen Popsongs, mit Texten über Liebe und Sehnsucht, Pandabären und Eurodance-Ikonen. Die renommierte Musik-Website Pitchfork sieht in The LK gar die neuen The Postal Service.

Lindefelt: „Anfangs benutzten wir einen Neun-Euro-Kassettenrekorder, der nach zwei Songs alle Sachen rückwärts abgespielt hat. Den mochten wir sehr gerne, bis eines Tages sein Lebenslicht erlosch und wir uns einen Sampler zulegten. Mittlerweile macht das doppelten Spaß, weil du Songparts aufnehmen kannst, ohne 'Stop' drücken zu müssen. Aber darüber hinaus glauben wir nicht, dass Computer gute Musikinstrumente abgeben.“

Fredrik und Lindefelt kennen sich bereits aus Schulzeiten, sind zwei Autodidakten, die es perfekt beherrschen, mit einem Minimum an Instrumenten ein Maximum an wärmenden Melodien zu kreieren. Viele Songs klingen maßgeschneidert, aber auch ein bisschen eigenwillig. Stylischer Noise-Pop mit adäquatem Sinn für Humor. „Wir glauben, wahre Schönheit entsteht bei der Erforschung des Unfertigen, Unangepassten oder Naiven. Aber im Gegensatz dazu lieben wir auch eine schöne Partie Frisbee. An dieser Schnittstelle kommt alles zusammen.“

Warum sie Malmö der Hauptstadt vorziehen, ist für Lindefelt ganz klar. „Der südliche Teil von Malmö wirkt wie ein kleines Dorf voller post-postmoderner Künstler. Im Grunde spielen alle unsere Freunde in mindestens zwei Bands, haben zudem noch ein Label, Ateliers, entwerfen eine eigene Kleidungslinie oder entwickeln schräge Club-Konzepte. Man trifft sich regelmäßig in den Wohnungen der anderen, trinkt Kaffee und tauscht Ideen oder Mixtapes aus. Eine warme, eklektische und zukunftsorientierte Atmosphäre. Stockholm dagegen ist viel zu wetteifernd und unglaublich teuer. Außerdem dauert es eine Stunde, um irgendwo hinzukommen, denn kein normaler Mensch kann es sich leisten, im Stadtzentrum zu wohnen. Ein Freund sagte mal, dass sich Stockholm zu Paris verhalte wie Malmö zu Berlin.“

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