The Subways kommen mit ihrem zweiten Album „All Or Nothing“ ins Kieler MAX

Noch eine Schippe drauf

 

Kiel - Entpuppten sich The Subways im Juli 2008 noch als gefeierter Geheimtipp bei der MTV Campus Invasion in Kiel, spielen sie jetzt eine Headliner-Tour durch Deutschland mit zehn Terminen. Das zweite Album ist in den Läden, produziert von Butch Vig, Ex-Drummer von Garbage, der auch schon für Nirvana („Nevermind“), Smashing Pumpkins und Sonic Youth an den Reglern saß. Nicht schlecht für eine Band, deren Durchschnittsalter bei Anfang 20 liegt und die aus dem geografischen Nichts nördlich von London kommt.

Dabei sah es so aus, als sollte das Trio gar nicht mehr gemeinsam auf die Bühne treten. Da ist zum einen die aufgelöste Verlobung von Sänger und Gitarrist Billy Lunn mit Charlotte Cooper. Doch die Bassistin und Backgroundsängerin beteuert im Telefon-Interview mit unserer Zeitung, dass beide wieder beste Freunde seien. Zum anderen wurden beim Frontmann Knötchen auf den Stimmbändern diagnostiziert, so dass er sich im April 2008 einer Operation unterziehen musste, deren schlimmste Folge der Verlust des Sprechens hätte sein können. Doch auch hier Entwarnung: Die Stimme hält. Und wie.

Mit dem zweiten Album "All Or Nothing" scheinen The Subways noch überschwänglicher und ausgelassener ihr Pendeln zwischen Led-Zeppelin-Anklängen und Speedmetal-Zitaten voll von hormongetriebener Seele und juveniler Rücksichtslosigkeit auszukosten. Vor allem Drummer Josh Morgan sorgt in den neuen Songs für eine vehemente Dynamik und Referenzen zu Refused oder Shellac.

Nach dem Debüt "Young For Eternity", das sich in den Songtexten hauptsächlich auf die herrliche Jugend fixierte, stoßen The Subways nun in neue Sound-Dimensionen vor. Dafür verantwortlich zeigt sich Butch Vig, der nun in Los Angeles den Nachfolger in seine Produzentenhände nahm. „Er ist absolut leidenschaftlich bei seiner Arbeit, ansonsten ein sehr netter Typ“, lobt Cooper den Erfolgsgaranten. „Ich hatte noch nie so viel Spaß im Studio. Zwar prägte er das Klangergebnis, aber dadurch, dass wir vor den Aufnahmen sehr viel auf Tour waren und unser Sound etwas heavier' wurde, ging es ohnehin in unsere Richtung.“

Außerdem passt Vig mit seiner Nirvana-Vergangenheit wunderbar in die Subways-Vita, spielten diese als Teenager Coverversionen von Cobain & Co. Ob man ihren Stil daher Neo-Grunge nennen solle? Charlotte Cooper ist es egal, getreu der Supergrass-Zeile „We are young, we run free”: „Wir haben Spaß miteinander, erleben eine wirklich intensive Zeit, reisen viel, treffen Leute. Ich hoffe, dass wir noch genug Zeit haben, um alles richtig zu genießen.“

Einen Ausflug in eine andere Branche ergab sich mit Guy Ritchies neuem Film "RocknRolla", der im März 2009 in die Kinos kommt. Die Band absolviert einen Gastauftritt in dieser Gangsterkomödie, zumal der Titelsong "Rock'n'Roll-Queen" von ihrem Debüt stammt. „Unsere Aufgabe war es, einige Shows in England zu spielen. Eigentlich haben wir das gemacht, was wir sowieso immer machen, aber es war trotzdem ein komisches Gefühl, dabei gefilmt zu werden. Als Schauspielerin tauge ich zumindest überhaupt nicht - Billy dagegen hat richtiges Talent bewiesen.“

KN-Online