Alex Attias presents Mustang

Das letzte Mal fiel der Name Alex Attias im letzten Jahr auf, als er seinen Beitrag zu den Morricone-Remixes auf Compost leistete und damit einem seiner Idole gebührend Tribut zollte. „Ich wollte etwas richtig Großes machen, mit Orchestrierung und so. Leider kam mir genau in der Zeit der Umzug von London nach Lausanne dazwischen, so dass ich etwas abgelenkt war. Es geht zwar immer noch besser, aber ich bin froh, die Chance genutzt zu haben“ erzählt der Schweizer Produzent, DJ und Label-Macher (Visions Inc.).

So ist es kein Wunder, dass auch sein Debütalbum unter dem Pseudonym Mustang voller cineastischer Soundelemente steckt – neben seinen privaten Vorlieben für Straight-Jazz, abgefahrene Rockplatten oder auch klassische Musik. „Back Home“ (Compost/Universal) verkörpert ein vollgepacktes Dutzend Songs, das im Gegensatz zu Beatless, einem weiteren Projekt von Attias, jedoch eine andere Produktionsweise erfuhr. „Bei Beatless gab es einen HipHop-Track, einen Soul-Track, einen Pop-Song. Das waren zu viele Stile. Die Einflüsse sind auch jetzt wieder enthalten, aber mit einem durchgehenden Sound, beispielweise beim Schlagzeug oder den Streichern. Insofern steht jeder Song für sich, baut aber auf demselben Gerüst auf. Die Studiomusiker verleihen ihnen jeweils eine persönliche Note“. Die kommen, wie Sänger Colonel Red, hauptsächlich aus Alex’ Bekanntenkreis und arbeiteten schon bei vielen seiner Veröffentlichungen mit. „Sie konnten am ehesten verstehen, was ich mit den verrückten Ideen und der Intensität sagen wollte“ erinnert sich der zweifache Vater und spielt auf London an, wo das Album bereits vor zwei Jahren in seinem Studio entstand. „Die Stadt ist so intensiv, eindrucksvoll und anstrengend im positiven Sinne. Das Album spiegelt meine Zeit und Gefühle wider und ist sozusagen mein 'Goodbye London'.“

Durch den Umzug verzögerte sich die Arbeit, bietet Attias nun aber die Möglichkeit, andere Dinge im Leben außer der Musik zu entdecken: exotisch kochen, Sprachen lernen, Sport treiben oder mit der Familie das Wochenende verbringen. Durch die neue Umgebung wird wohl auch ein nächstes Album wesentlich ruhiger und friedlicher ausfallen, „nicht im Stil, aber in der Atmosphäre“, wie er betont. Für die kommende Tour ab Ende des Jahres wird Alex Attias seine Hobbys ein wenig zurückstellen müssen - zum Glück für die Hörer. Henrik Drüner