Artclub - Multimediale Nächte mit Meister Lampe


Kiel – "Ein Hase? Was soll der Hase?", fragte sich anfangs nicht nur Kulturamt-Mitarbeiter Günter Hoppe skeptisch. Für das Erscheinungsbild der artclub-Party existierten mehrere Entwürfe: Blubberbläschen, die Sektstimmung suggerieren, an Tanzschritte erinnernde Füße und eben jener Hase. Daraus wurde im Laufe der Planungsphase ein Running-Gag – und 'Hasi' mehr und mehr lieb gewonnen. Nun ziert das Maskottchen T-Shirts und auch das Münzgeld, das als Verzehrbons für diese etwas andere Party in Umlauf gebracht wird.

Mit der neuen Veranstaltungsreihe lädt das Kulturamt ins KulturForum und in die Stadtgalerie zu Tanz und Kunst. Einmal im Monat, jeweils mittwochs von 19 bis 24 Uhr, lockt eine Mischung aus groovig-funkiger Musik und raffiniert in Szene gesetzten Videosequenzen: zum einen als Werbung in eigener Sache, zum anderen für Besucher, die nicht regelmäßig in der Stadtgalerie zu Gast sind. Die Museumsnacht dient hier als Vorbild: "Das war ein Volltreffer!", erinnert sich Angelika Stargardt, Leiterin des städtischen Kulturamts. "Da merkten die Kieler erst, was es alles in ihrer Stadt gibt; und dass Museen keine Orte sind, vor denen man Angst haben muss." Auch beim artclub können die Partygänger neben Lounge-Atmosphäre bildende Kunst genießen: Die Stadtgalerie bietet Kurzführungen durch die Ausstellung "Gottfried-Brockmann-Preis" an. Diese Auszeichnung dient der Förderung junger Kieler Künstlerinnen und Künstler, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und, wie es die Vergaberichtlinien formulieren, "für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen".

Eine Prognose, die sicher auch für den artclub gilt. Denn mit VJ Die Optische Bank (Stargardt: "Bei Michael Carstens weiß ich, dass das ein Profi macht."), den Platten von DJ Domi, der sich auf das Publikum einstellen wird ("Schon in Richtung Mainstream, ohne aber an die Charts gebunden zu sein.") und einem dekorierten statt-Café stimmen die Komponenten. Zudem besteht eine Kooperation mit Professor Stephan Sachs von der Muthesius-Kunsthochschule, deren "Time-Based Media"-Studierenden sich mit Gestaltungsvariationen auf zukünftige artclub-Abende vorbereiten. Geplant ist auch der Kontakt zum Mediendom der FH, um möglichst viele Kieler Institute einzubinden. "Jetzt beim ersten Mal hoffe ich nur", appelliert Angelika Stargardt an die Kieler, "dass der Abend angenommen wird." hd

Heute, 19 Uhr, KulturForum und Stadtgalerie (nächster Termin: Mittwoch, 11.1.2006)

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1762349