Durchstart auf MySpace


Kiel – Der Soundcheck lief gut, Colbie Caillat sitzt quietschvergnügt bei einer Tasse Tee am klobigen Konferenztisch. In zehn Minuten spielt die 22-jährige Sängerin mit ihrer Band für 200 Gäste ein exklusives R.SH-Funkhauskonzert. Ihre weiche, sentimentale Stimme, die schon jetzt Vergleichen mit Norah Jones oder Sheryl Crow standhält, trägt auch die Folk-Pop-Songs ihres Debütalbums Coco (Universal). Die gebürtige Kalifornierin aus Los Angeles, deren Hit Bubbly zurzeit in aller Ohren ist, klingt nach eigener Aussage „wie süßer Honig, der über Steine fließt“.

Glaubst du, dass dein MySpace-Profil im Internet zu deinem jetzigen Erfolg beigetragen hat?

Caillat: Auf jeden Fall! Ich hatte anfangs gar keine Ahnung, was man da machen kann. Einige Songs stellte ich für Freunde online, damit sie meine neuen Sachen hören konnten. Das war vor ungefähr eineinhalb Jahren. Nach und nach wurden es immer mehr User, die meine Songs anklickten: von 20 über ein paar Hundert bis zu 50000 – am Tag.

Wie groß ist der Einfluss deines Vater als ehemaliger Fleetwood-Mac-Produzent auf deinen Werdegang?

Zumindest war er es, der mir von Anfang an sagte: „Wenn du Karriere machen willst, brauchst du ein zweites Instrument, damit du eigene Songs schreiben kannst“. Ich habe mit elf Jahren angefangen zu singen, dann kam bei mir die Gitarre dazu, und alles nahm seinen Lauf. Dadurch, dass ich seit meiner Kindheit immer mit Musikern zu tun hatte und im Tonstudio rumspielte, ist mir die Studiosituation überhaupt nicht mehr fremd. Eigentlich wollten meine Eltern aber, dass ich Ärztin, Anwältin oder einen ähnlich „sicheren“ Beruf ergreife.

Mittlerweile werden sie wohl anders darüber denken…

Ja, wahrscheinlich. Meine Mutter hört das Album beinahe jeden Tag. Sie ist richtig glücklich!

Wie würdest du deinen Sound charakterisieren?

Die neuen Songs klingen alle sehr sonnig und entspannt. Es geht um Liebe und Beziehungen zwischen Freunden oder in der Familie, aber auch ums Erwachsenwerden und Zukunftssorgen. Alles Gefühle, mit denen sich die meisten tagtäglich auseinander setzen. Sicherlich spielt meine Umgebung auch eine Rolle – der typische positive „California-Style“ ist als Basis immer präsent.

 

Quelle im Internet: http://www.kn-online.de/artikel/2227365