De La Soul kommen in die Traum GmbH

 


Die HipHop-Sensation im Konzertkalender 2005 steht bevor: De La Soul kommen nach Kiel. Als einer von deutschlandweit nur drei Terminen wird das Trio von Long Island, New York, auf der Bühne der Traum GmbH den gekonnten Spagat zwischen ihrem ganz speziellen Stil und aktuellem HipHop-Sound zelebrieren. Gleich die ersten beiden Alben 3 Feet High And Rising (1989) und De La Soul Is Dead (1991) markierten unter Produzent Prince Paul alias Paul Huston zwei Blaupausen des Genres. Hochwertige Produktionen, intelligente Texte und eigenwillige Samples erreichten ein bis dahin unerreichtes Niveau, das auch in der Folgezeit zahlreichen MCs und Bands als Maßstab diente.

Kelvin Mercer (Pos, Posdnous, Plug One), David Jude Jolicouer (Trugoy, Trugoy the Dove, Plug Two) und Vincent Mason (Pasemaster Mase, Maseo, Plug Three) brachten Charme und Humor in die Goldketten behängte HipHop-Szene. Als dann noch zwei ihrer Tänzerinnen während der Konzerte Blumen ins Publikum warfen, waren De La Soul bald als Hippie-Rapper verschrien. Zudem gründeten sie zusammen mit A Tribe Called Quest und den Jungle Brothers die Native Tongue Family, eine Bewegung, die sich in erster Linie durch authentisches Songwriting mit positiver Aussage und aufmüpfiger Experimentierfreude auszeichnete.

Doch nicht nur ihre Singles Me Myself and I, Say No Go, Ring Ring Ring (Ha Ha Hey) oder A Roller Skating Jam Named Saturdays leisteten mit sehr geschmeidigen und melodischen Rhymes Pionierarbeit – es durchzieht ihre gesamte Diskographie. Nicht von ungefähr unterrichten De La Soul demnächst an der New York University die Studenten in Fragen des HipHop-Business. David: "Manchmal ist das die beste Gelegenheit, den Leuten etwas beizubringen, wenn man selbst aus der Praxis kommt. Aber ich weiß noch nicht, ob ich dann streng nach dem Buch lehre oder einfach freestyle." 15 Jahre nach dem Debüt kehren die Drei auf der jüngsten Veröffentlichung The Grind Date zurück zu ihren Old School-Wurzeln, unterstützt von Sean Paul, Spike Lee, Ghostface Killah und Common. "Ja, wir gehen schon 'back to the basics'", beschreibt David die neue Tendenz. "Es geht auf The Grind Date hauptsächlich um Beats und Rhymes. Wir wollten keine sozialen oder politischen Themen strapazieren oder Tausende von Skits einbauen. Es ist einfach eine Sammlung von super Songs. Gute Musik, gute Lyrics – das ist alles."

Neben der Musik betreiben De La Soul noch das eigene Spitkicker-Label und entwerfen für Nike eine Schuhkollektion namens "De La Dunk", einen klassischen Sneaker. "Es gibt schon einen Entwurf, ganz in Silber. Vielleicht nehmen wir den und machen noch ein wenig Glitzerkram auf die Seiten." Für die Zukunft ist also gesorgt, zumal auch der musikalische Nachlass Grund zur Freude gibt: "Natürlich ist nicht alles gut, was draußen ist. Aber es gibt einige Künstler wie Kanye West oder Jay-Z, die den Leuten die Hoffnung geben, dass HipHop eines Tages wieder so kreativ und fruchtbar sein wird, wie er es mal war", so David. "Es kann nicht immer nur um Geld, Karren und Klunker gehen." Dem ist nicht viel hinzuzufügen.


Dienstag, 6. September, 19 Uhr, Traum GmbH (Support: Büro am Strand)

Die Kieler Szenen verlosen fünfmal zwei Karten für das Konzert an die ersten fünf Anrufer heute ab 14 Uhr unter Tel. 0180/5565435 (12 Cent pro Minute).

Von Henrik Drüner

nordClick/Kieler Nachrichten vom 01.09.2005 01:00