Gern auch mal als Musketier verkleidet:

Eek-A-Mouse feat. Vitamin X in der Pumpe

Von Henrik Drüner

Ripton Joseph Hilton ging liebend gerne zu Pferderennen. Und wettete auf Sieg, immer und immer wieder. Jedes Mal auf Eek-A-Mouse, ein nicht besonders erfolgreiches Rennpferd. Hilton hielt an seinem Pferd fest, glaubte an das Unmögliche. Doch ausgerechnet bei dem einen Rennen, das Eek-A-Mouse gewann, hatte er nicht darauf gewettet. Schicksalsgläubig nahm er fortan den Namen des Pferdes an. Eine schöne Geschichte - und ebenso außergewöhnlich wie der Künstler selbst. Der Mann, der 1958 in Kingston das Licht der Welt erblickte, zählt seit Mitte der 80er Jahre auch hierzulande zu den populärsten Roots-Sängern. Für seine Deutschland-Tour, die ihn auch in die Pumpe führt, hat Eek-A-Mouse einen rasanten Querschnitt aus seinem umfangreichen Repertoire angekündig.

Aufgrund seines einzigartigen Gesangsstils nannte ihn die Presse einst den ersten 'Singjay', der Rap und Gesang kombiniert. Seine Auftritte sind ein absolutes Muss für jeden Reggaefan; auch, weil es in diesem Genre neben Lee Perry wohl kaum einen exzentrischeren Künstler gibt. Mal erklimmt er die Bühne als Cowboy, Chinese, Robin Hood oder Musketier verkleidet. Viele Federn, Hüte und diverse andere Accessoires schmücken sein Bühnenoutfit - und das bei einer Körpergröße von 2,05 Meter. Sein Motto: „Je mehr die Leute mögen, was ich mache, desto besser performe ich.“

Insgesamt 19 Alben veröffentlichte der Jamaikaner bislang auf Vinyl und CD, bei deren Namensgebung er sich oft von Wortspielereien inspirieren ließ: „Mouseketeer“ (1984), „Mouse-A-Mania“, „Eek a Nomics“ (beide 1988) oder „U-Neek“ (1991) stehen beispielhaft für dieses Faible. Nachdem es einige Zeit still um den Mouseketeer geworden war, kamen 2004 gleich zwei neue Alben von ihm auf den Markt. Mit „Mouse Gone Wild“ und „Eek A Speeka“ liefert der jamaikanische Rude Boy nach drei Jahren erstmals neue Songs ab, die jedoch nicht an die Klasse von „Terrorists In The City“, „Ganja Smuggling“ oder „Wa Do Dem“ heranreichen können.

Eek-A-Mouse schaffte es wie kein anderer, die verschiedenen Reggae-Entwicklungen von Roots bis Dancehall zu einem eigenen Charakteristikum zu verquicken. Dabei profitiert er auch von seinen Begegnungen als Heranwachsender in Trenchtown: „Ich habe dort all die großen Künstler gesehen wie Bob Andy, The Abyssinians, Ken Boothe, Larry Marshall, Horace Andy. Studio One war damals ein paar Blocks von dort, wo ich aufgewachsen bin, entfernt. Ich war ungefähr zehn, zwölf Jahre alt und hab so gesehen, was abging.“

Zum bewährten Roots-Fundament fügt er mittlerweile auch Elemente aus Soul, Funk, Jazz, Rock oder Pop hinzu. In seinen Texten nimmt er Stellung zu Kriminalität und Rassismus, spricht sich eindeutig für 'Weed' aus, warnt aber ebenso eindringliche Warnung vor harten Drogen. Für seinen eigenartigen Gesangsstil hat Eek-A-Mouse eine ganz simple Erklärung: „Wenn ich gesungen habe und mir die Texte fehlten, sang ich einfach „bangdangdidilibangdang“. So hat es angefangen.“

Freitag, 14.Oktober, Einlass 20 Uhr Beginn 21 Uhr.