Flashdance alias Jan Eißfeldt



Der Name erinnert an den kultverdächtigen Tanzfilm von 1983, klingt aber auch nach einer heruntergekommenen Dorf-Disco. Flashdance ist in Wahrheit der aktuelle Künstlername vom Hamburger Kreativoberhaupt Jan Eißfeldt. Der ist nicht nur Rapper, Produzent und Reggae-Sänger, sondern mit seinem Programm Flashdance & Mixwell nun also auch noch DJ.
Viele Stationen und Pseudonyme pflastern den Weg seiner bisherigen musikalischen Karriere: Sie begann bei den Absoluten Beginnern und zuerst politischem, dann vor allem begeisterndem Rap.

Als Jan Delay formulierte Eißfeldt beißende Sozialkritik auf Reggae-Tunes, während ihn der "La Boom"-Abstecher in träumerische Elektrogefilde brachte. Seit einigen Jahren firmiert Eißfeldt nun im Hamburger "Eimsbush Club" als Flashdance & Mixwell und lässt dort das Feuer brennen. An seiner Seite steht DJ Mixwell, der sich vor allem als Diskjockey von Samy Deluxe und Illo einen Namen machte und sich in dem schlagkräftigen Duo vom gewohnten Rap-Umfeld weg orientierte.

Also beschlossen die Hamburger, ihrer Passion für tanzende, schwitzende und schreiende Menschen gemeinsam zu frönen, und zogen los, um als Duo die Clubs zu rocken. Einziges Problem: Mancherorts blickte Flashdance in entsetzte Gesichter, sobald Prodigy, Prince oder Nirvana auf die Plattenteller kamen. Aufgrund ihres sonstigen beruflichen Schaffens assoziierte jeder HipHop und Reggae mit ihnen. Doch die beiden haben einfach nur Spaß daran, gute Musik aufzulegen – beziehungsweise zu zerlegen, um sie anschließend neu zusammenzusetzen.

Um diese Missverständnisse zu umgehen, musste ein Mixtape her; eine Art Audio-Visitenkarte, um die Club-Jünger auf den Sound der hanseatischen Mixmaster einzuschwören. Und einfach ein paar Hits aus den Achtzigern ineinander mixen, wäre zu langweilig gewesen. Stattdessen präsentieren sie nach reichlich Bastelarbeit mit "Flashmix & Dancewell" die scheinbar unmöglichsten Kombinationen der Musikgeschichte: Eminem trifft auf Lenny Kravitz, Britney Spears auf Public Enemy, Madonna auf Beastie Boys, Beyonce auf Nena und Ballermann 6 auf Studio 54. Es geht einzig und allein um die Party und nicht um technischen Schnickschnack. H.P.Baxxter (Scooter) als Gast-MC spricht für die Einzigartigkeit dieses Projekts.

Eines bleibt bei Jan Eißfeldt aka Jan Delay aka Boba Fett aka Eizi Eiz jedoch immer konstant: seine Hingabe zum Flash. Das erste Album trug den Namen Flashnizm, als Jan Delay besingt er den "Flashgott" – das Set im Luna wird sicherlich auch flashen.

Sonnabend, 23 Uhr, Luna

Von Henrik Drüner

nordClick/Kieler Nachrichten vom 04.03.2005 01:00