Souveräner Ritt auf der Hitwelle: Flashdance in der Pumpe

Von Henrik Drüner

 

David Bowie „Let’s Dance“, Madonna „Get Into The Groove“, Kurtis Blow „The Breaks“,
Michael Jackson-Medley aus „Wanna Be Startin’ Somethin’” und „Billie Jean”, Prince „1999”, Kool & The Gang „Celebration”, Deee-Lite „Groove Is In The Heart”, Sister Sledge „We Are Family”…- die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Es sind die ersten neun Songs im Programm von Flashdance. Neun nicht gerade ausgefallene Hits zwischen 1979 und 1990, die zeigen: Oft ist nicht allein entscheidend, was gespielt wird, sondern auch, wer abspielt. In der Pumpe funktionierte dieses Set prächtig - vor allem dank Jan Eißfeldt an den Plattentellern.

Flashdance ist eines seiner Alter Egos, mit dem der Hamburger gemeinsam mit DJ Mixwell
seit einigen Jahren im „Eimsbush Club“ scheinbar unmögliche Kombinationen der Musikgeschichte vereint. Wie schon im März dieses Jahres reichten statt der vier Turntables zwei aus, da Mixwell erneut nicht mit nach Kiel kommen konnte. Doch die Geschwindigkeit der Plattenwechsel wäre eh nicht zu toppen gewesen: Eißfeldt hielt sich nicht lange mit einem Song auf, baute schnelle und direkte Übergänge ein und hielt so die Spannung auf der Tanzfläche. Thema, Strophe, Refrain, nächstes Vinyl. Ab 2 Uhr gab Bowies oben genannter Song das Motto für die folgenden Stunden vor: tanzen, tanzen, tanzen. Was es besser machte als bei einem beliebigen anderen Diskjockey? Nichts. Selbst DJ Jürgen könnte mit diesem Set in Großenkneten bestehen, doch es blieb Flashdance vorbehalten, das Kieler Publikum zum Jubeln, Pfeifen und Mitgrölen zu animieren. Dies schreibt nicht der nörgelnde Freizeit-Plattenaufleger, er schreit das Unverständnis über einseitiges Publikumsverhalten seinen Unmut hinaus in die klirrend kalte Nacht.

Schon vor dem Auftritt schien Jan Eißfeldt entspannt. So richtig entspannt. Zwar mit überdimensionalen Augenringen versehen, die er aber durch das Schatten spendende Cap geschickt kaschierte. Egal, ob als Flashdance oder Jan Delay oder Boba Fett oder Eizi Eiz: Bei ihm geht einzig und allein um die Party und nicht um technischen Schnickschnack - den übernahmen stattdessen die großflächigen Videoprojektionen, mit denen multimedial gezaubert wurde. Bezeichnenderweise hatte die „Groove Is In The Heart”-Platte einen Sprung, doch dem Groove tat dieser kurzzeitige Lacher keinen Abbruch. Partybeschallung aus drei Jahrzehnten, nett und leicht verdaulich aufbereitet, ganz im Sinne von Kool & The Gang: “There’s a party goin’ on right here / A celebration to last throughout the years / So bring your good times, and your laughter too / We gonna celebrate your party with you”.