Die Kieler Band Galakolleg gibt ihr Debüt in der Schaubude


Kiel – Seit Mai geht das nun schon so: Galakolleg on tour. Einmal die Woche zieht es Ole, Sander, Peter und Daniel in die ländliche Idylle nach Tüttendorf. Der Wagen voll geladen, im Kopf die neuen Songideen. In einem Resthof proben die vier Kieler am Programm für das erste Konzert, das heute in der Schaubude über die Bühne geht.

Galakolleg singen deutsch und widmen sich verstärkt der Gitarrenmusik, weshalb man sich musikalisch an Tomte, vielleicht auch etwas an Kettcar erinnert fühlt. Wer aber die Galakolleg-Songs hört, merkt schnell, dass man mit derartigen Vergleichen nicht weit kommt. Kiel ist nicht Hamburg. Umso mehr ist das Quartett eng mit der hiesigen Musiklandschaft verbunden, wobei jedes Mitglied bereits Referenzmarken setzen konnte: So machte Gitarrist Sander Bohlen mit seinem Soloprojekt Glasbaustein zuletzt im Vorprogramm der dänischen Band Velour von sich reden. Sänger Ole Petras und Schlagzeuger Daniel Krusche waren bis zur Auflösung zu Beginn dieses Jahres eine Hälfte von Holgersson, während Peter Schuhmacher die Rolle des Bassisten aufgedrückt wurde. "Eigentlich spielt er Gitarre bei der Funkband The Astrochimps – wahrscheinlich viel besser als Sander und ich", gibt Ole unumwunden zu. "Aber wir brauchten nun mal einen Bassisten!"

Die Geburtsstunde verlief ohnehin recht unspektakulär. Ole: "Sander hat mich in der Uni-Mensa angequatscht. Der Rest ergab sich so." Demo-Aufnahmen sind in Arbeit, ebenso ein Album, das für März 2006 geplant ist. Galakolleg wollen es als Band schaffen – und vieles spricht dafür, dass sie dieses Vorhaben auch realisieren können.

Bei der Live-Premiere kommt es zum Wiedersehen mit der Band The Verzerrer Schnitzel. Mit deren Sänger Gernot Wöltjen verbindet Ole eine Sandkastenfreundschaft: Beide machten als Teenager gemeinsam Musik und stellten nach Jahren fest, dass Gernot in Hildesheim und Ole in Kiel zu ganz ähnlichen musikalischen Ergebnissen gekommen waren. Auch The Verzerrer Schnitzel müssen sich immer verteidigen, irgendwie Hamburger Schule zu sein. Dabei verkörpert das Quartett doch viel mehr, indem es die musikalische Attitüde der frühen Tocotronic-Platten, balladeske Popstücke, Dreiakkord-Punk und ausgefeilte 80er-Gitarrensoli vereint.

Es sind Freunde, die mit einem auf Tour für einen Tag gehen, so der Titel ihres ersten Albums. Vielleicht spielen die Bands in der Schaubude auch den kürzlich gemeinsam komponierten Song Fahrrad im Gras, dessen Text in Ping-Pong-Manier entstand: "Da hinten liegt ein Fahrrad im Gras / und ich sitze hier und werde nicht nass / so ist es immer / das Fahrrad hat kein eigenes Zimmer".

Heute, 21 Uhr, Schaubude

Von Henrik Drüner

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