Die Wurzeln der Kieler Formation Goldpool liegen in den 60ern und frühen 70ern

 

Eine wahre Goldgrube für Groove Jazz mit reichlich Funk im Getriebe ist das Kieler Trio Goldpool. Seit Anfang 2003 besteht die Formation mit Christian Lorenzen an den Tasten, Marc "Pucki" Preißler am Bass und Florian Eichstädt am Schlagzeug. Die Wurzeln ihrer größtenteils Eigenkompositionen liegen in den 60ern und frühen 70ern bei Jimmy Smith, Herbie Hancock oder Bill Withers. Aber auch aktuelle Veröffentlichungen von Medeski, Martin & Wood, Larry Goldings oder John Scofield zählen zu ihren musikalischen Vorbildern.

Nachdem Pianist Christian Lorenzen 2003 sein Musikstudium in Köln begonnen hat, sind die Auftritte der Band seltener geworden, obwohl zumindest die befürchtete Auflösung ausblieb. Doch ohne Lorenzen geht es nicht: Zu sehr prägt der Pianist und Keyboarder den Gesamtklang und gibt als einziges Melodieinstrument die thematische Richtung an. Also wird jede Gelegenheit genutzt, um gemeinsam zu proben und Auftritte zu bekommen.

Trotz dieses Handicaps wirken Goldpool stets eingespielt, die Abstimmung untereinander passt. Jeder der Songs im Programm zeigt das Trio in einem anderen Stilgewand: Flowery erinnert an das Xaver Fischer Trio, wenn zu ansteckend tanzbaren Beats eine elegante Melodie in die Tasten gedrückt wird, während das wuchtige Bassthema bei Danceelectric von Propellerheads' Take California ausgeliehen scheint. Doch auch der kühle, zurückgelehnte Funk der Blaxploitation-Ära findet mit Black Cat seinen Platz im Set, garniert mit knarzigem Orgelsound von Lorenzens flinker Rechten.

Für das Konzert im Luna bekommen Goldpool Zuwachs von drei befreundeten Musikern: Sönke Liethmann (Percussion), Jens Tolksdorf (Saxofon) und Christian Stick (Gitarre). "Wir kennen uns alle schon aus verschiedenen anderen Projekten" erklärt Bassist Preißler den fruchtbaren Kontakt. "Unser Ziel ist es, die Songs in einer neuen Version und in größerer Besetzung zu spielen. So kann der Gesamtsound erweitert werden, zumal Christian vorher als einziger die Möglichkeit hatte, Melodie führend oder als Solist aufzutreten. Durch das Saxofon und die Gitarre wird er entlastet – und wir verstärkt. Die Percussions von Sönke bringen zusätzlich noch mehr Groove in unser Set." Und das sollte für eine Band mit dem Etikett "Groove Jazz" nicht von Nachteil sein. hd

Dienstag, 21 Uhr, Luna

nordClick/Kieler Nachrichten vom 04.03.2005 01:00