Irvin sorgten für ausgelassene Stimmung im Nachtcafé


Kiel – Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin explodiert in der Eggerstedtstraße die Zahl der Partywilligen. Es ist kurz vor Mitternacht, als die Kieler Band Irvin, bestehend aus Andy Pooch (Gesang), Daniel Kaerger (Gitarre), Finn Johannsen (Gitarre), Christoph Schwarz (Bass) und Christoph Seide (Drums), ihren ersten Song anzählt. Irvin trainieren erst seit neun Monaten gemeinsam, und doch geben sie im Nachtcafé bereits ihr sechstes Konzert. Die Jungs haben anscheinend Geschmack gefunden am Bühnenleben, gieren nach Show und Wettbewerb! In der Kürze der Zeit konnten sie sich ein prallvolles Programm zwischen Coversongs (überwiegend) und eigenen Stücken (vereinzelt) erspielen, das hier und heute Wirkung zeigt.

"Wir sind Irvin - wer seid ihr?" ruft das tätowierte Muskelpaket Andy nicht zum letzten Mal ins Publikum. Und gibt gleich die Antwort vor: "Ihr seid Deutschland!" Na denn. Die Pogo-Fraktion in den ersten Reihen feiert zu "Foxtrot Uniform Charlie Kilo" der Bloodhound Gang, "Everything About You" (Ugly Kid Joe) und "Back In Black" von AC/DC. An so einem bierseligen Abend sind es Selbstläufer, bei denen die A-Note nicht im Vordergrund steht. Richtig interessant wird es sogar, wenn Songs aus entfernten Genres durch die Irvin-Prüfung gegangen sind, beispielsweise Kraftwerks "Das Model" oder "Dangerous" von Roxette. Man könnte über die Songauswahl schreiben, die Melodietreue von Andys Gesang, den Grad des Zusammenspiels – aber wen interessiert das, wenn Schnäpse an die Fans verteilt und Fotos mit den Groupies geschossen werden?

Hier zählt allein die B-Note, und die stimmt. Bei Gitarrensoli greift man(n) im Publikum beherzt zur Luftgitarre und macht sich einen Spaß aus dem Konzert, der Kieler Woche und dem Leben. Mischer Peter urteilte bereits im Vorfeld über die Band: "Technisch nicht überragend, aber machen Laune!" Dem ist nichts hinzuzufügen.

Von Henrik Drüner

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