Liquido

Nach drei Jahren Funkstille gibt es wieder neue Songs von Liquido. Das Heidelberger Quartett, 1996 gegründet von vier Sandkastenfreunden, feierte vor allem dank der Single „Narcotic“ internationale Charterfolge - selbst in Asien und Australien. Mit „Float“ (Nuclear Blast/Warner), dem vierten Album, gehen Liquido auf „Ordinary Life Tour 2005“. Vor dem Konzerten sprach Szene-Mitarbeiter Henrik Drüner mit Schlagzeuger Wolle Maier.


Bei eurem Namen denken 90 Prozent an „Narcotic“. Ist das eher Fluch oder Segen?
Maier: „Beides. Es hat uns definitiv Türen geöffnet. Sich jetzt darüber zu ärgern wäre ein Hohn, da jeder Musiker davon träumt, Erfolg zu haben und von seiner Musik leben zu können. Andererseits werden wir seitdem an diesem Song gemessen, er ist sozusagen unsere Messlatte.

Also wäre der Verdacht des One-Hit-Wonder unberechtigt?
„Wir haben uns noch nie als eine Band gesehen, die ausschließlich Singles komponiert oder sich nach Trends richtet. Nach mittlerweile vier Alben müsste das klar sein.“

Startet ihr mit „Float“ einen Neuanfang?
„Von 1998 bis 2002 waren wir nur unterwegs: auf Konzertreisen in ganz Europa, auf Promotion-Tour, im Studio. Danach war einfach mal Schicht! 2003 gab es als Konsequenz eine Auszeit, wo jeder eigene Projekte begonnen hat. Gegen Ende des Jahres schrieben wir aber wieder an Liquido-Songs, um uns bei Plattenfirmen vorzustellen. Für den Hörer ist es sicherlich eine lange Pause, wir hatten bis auf eine kurze Phase aber immer mit der Band zu tun.“

Wie kam es zum Kontakt mit Nuclear Blast, einem Label, das überwiegend Heavy Metal-Bands unter Vertrag hat?
„Von Pyogenesis, einer anderen Band von mir, bei der auch Tim [Eiermann, Liquido-Gesang und Gitarre, Anm.d.Verf.] mitgespielt hat, wurden bereits drei Platten bei Nuclear Blast veröffentlicht. Den Chef, Markus Staiger, kennen wir daher schon ewig. Die sind da alle so motiviert – eine ganz andere Herangehensweise als bei der Virgin, wo hauptsächlich BWLer am Schreibtisch sitzen. Außerdem steht Markus tierisch auf Liquido!“

Gibt es im Vergleich zu früheren Platten Unterschiede im Songwriting?
„Der Hauptunterschied besteht darin, dass früher unsere beiden Sänger Tim und Wolfgang [Schrödl, Anm.d.Verf.] den Großteil der Songs geschrieben haben - diesmal wurde beinahe geviertelt. Außerdem wurden in der Vergangenheit die Arrangements meist im Proberaum entwickelt, während die aktuellen Aufnahmen durch Homerecording zustande kamen. Ein ganz individueller Prozess, bei dem jeder seine eigenen Ideen verwirklichen konnte. Das Interessante: Egal, was wir machen, es klingt immer irgendwie nach Liquido. Uns war das nie so bewusst, beziehungsweise, wir wollten es früher nicht wahrhaben.“

“The Standard“ ist ein gutes Beispiel für eure Handschrift. Eine bewusste Namenswahl?
„Das würde ich so unterschreiben, denn es ist auf dem Album der typischste Liquido-Song. Wir wollte unbedingt so eine Nummer haben und finden ihn auch richtig geil. Ein Standard-Song!

Liquido spielen am 31.3. im Underground, Köln