Wolf Maahn - Trotzige Träume von einer besseren Welt

 

Wolf Maahn, da weiß man, was man hat. Er ist die Musiker gewordene Persil-Werbung, ein verlässlicher Garant, einer der Altvorderen, die auch weiterhin versuchen, den schnelllebigen Mode-Erscheinungen Paroli zu bieten. Und eben diese Attribute schätzen seine Fans, die seit über 20 Jahren seine Platten kaufen und zu den Konzerten pilgern. Am Freitag kommt der Wahl-Kölner auf seiner „Solo & Acoustic“-Tour ins KulturForum. Zeit für pure Maahnie.

Neben Westernhagen und Grönemeyer gilt Wolf Maahn zu Beginn seiner Musikerkarriere als der kommende Star deutschsprachiger Rock- und Popmusik. Doch während die Kollegen Stadien füll(t)en, bleibt dem Sänger das ganz große Rampenlicht vergönnt - trotz mehr als einer Million verkaufter Platten. Er verkörpert den gnadenlosen Romantiker, der gegen die Widrigkeiten des Alltags ansingt, dabei an seinen Träumen von einer besseren Welt festhält und das Publikum daran teilhaben lässt.

Als Frontmann der Gruppe Foodband veröffentlicht Maahn Anfang der 80er zwei Alben und wird sogar als Support von Bob Marley engagiert. Sein Solodebüt „Deserteure“ kommt 1982 heraus, mit der zweiten Platte „Bisse Und Küsse“ folgt die erste Tour als Headliner. Die Zusammenstellung „Absolut Best Of“ erscheint 2001 pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum, inklusive der Hits „Ich wart’ auf dich“ oder „Wenn der Regen kommt“. Sein großes Plus: Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit sprießen bei ihm aus jedem Wort und jeder Note. Zwar könnte der Textgehalt teilweise auch in die Psychologie-Kolumne einer Frauenzeitschrift passen (Auszug aus „Durch alle Zeiten“: „Nimm das Abenteuer/ lass die Seele los/ sag’s den Kindern/ es gibt soviel zu sehen/ als Entdecker sollen sie gehen“), doch sein schnörkelloses und solides Songwriting stützt den eingängigen Poesie-Rock. „Ich nehme immer wieder Sachen auf, und heute will ich es minimalistisch und morgen im Phil-Spector-Sound“, erzählt der 50-Jährige. „Ich kenne mich inzwischen, und auch diese vielen Möglichkeiten und Wege, die sich immer wieder auftun. Ich fühle mich dann wie ein Forscher oder wie ein Schatzjäger auf der Jagd nach großen musikalischen Glücksmomenten.“

Das beweist auch sein aktuelles Album „Zauberstraßen“, mit dem er den nächsten Angriff auf die Ohren und Herzen seiner Fans startet. Ein friedlicher Angriff, denn Maahn engagiert sich sozial, ernährt sich mittlerweile makrobiotisch und sieht es als Waffe eines Musikers an, Brücken zu schlagen. Kein Verständnis zeigt er dagegen für den Verzicht der Radiostationen, seine Songs zu spielen: „Ich höre dann: 'Klasse Song, aber wir haben doch schon zwei deutsche Titel in der Rotation, drei geht einfach nicht.' Das ist das eigentliche Problem: Drei geht nicht. Das ist wirklich krass.“ Dabei gebe es derzeit mit Tele oder Kettcar so tolle neue deutschsprachige Bands. Vielleicht sind diese aber auch schon wieder in der Versenkung verschwunden, wenn Wolf Maahn noch Konzerte gibt.

Freitag, 20 Uhr, KulturForum.