Mr. Burns - Leidenschaft ohne Druck

 

Kiel – „Hier stimmt einfach alles – Texte, Musik, Geschwindigkeit, Herz, Spirit, Artwork, Leidenschaft.“ Geradezu überschwänglich fällt das Fazit des Schreibers vom Plastic-Bomb-Magazin aus. Sein Rezensionsmaterial: "Static", das aktuelle Album der Flensburger Punkrock-Band Mr. Burns. Am Freitag kommt das Quartett zum Konzert in die Kieler Schaubude, um die neuen Songs zu präsentieren.

Nun, nicht alle Mitglieder müssen aus dem Norden anfahren. Schlagzeuger Gunnar, der seit etwa vier Jahren bei Mr. Burns trommelt, wohnt in Kiel. Eine gewisse Anlaufzeit braucht er beim Telefon-Interview, um sich mit dem noch jungen Tag anzufreunden. Den Vorabend hatte er gemeinsam mit (Ex-)Creetins-Sänger Freddy verbracht, als ein Bier das nächste ergab. Doch beim Gedanken an den Auftritt beim diesjährigen RD-Rock Festival füllt sich seine Stimme mit Leben: „Ein voller Erfolg! Am Ende war die Bühne mit Fans bevölkert – ein super Gefühl.“

Seit 1999 widmen sich Olli (Gesang), Knott (Gitarre, Gesang), Lars (Bass, Gesang) und Gunnar dem Punkrock. Nach zwei Platten (2002 "Turn It Off" und 2004 "Where Is Your Freedom?", auf Vinyl im Vertrieb von Klartext-Records) verdeutlicht "Static" das Potenzial von Mr. Burns. Für die Aufnahmen mieteten die Jungs ein professionelles Studio in Hamburg. „Wir haben uns das auch was kosten lassen, aber es hat sich definitiv gelohnt. Der Produzent wusste genau, was er zu tun hatte und konnte unsere Soundwünsche bestens umsetzen.“

Auch bei Plattenfirmen weckte die Band in der Vergangenheit mehrfach Interesse, doch die Reaktion sei immer die gleiche gewesen, so Gunnar. „Dann kam immer: 'Wir würden gerne mit euch zusammen arbeiten, aber ihr müsstet öfter live spielen.' Aber klassisches Touren ist mit unseren Jobs nicht zu vereinbaren, höchstens an den drei Wochenendtagen.“ Also machten Mr. Burns aus der Not eine Tugend, indem Bassist Lars, der in Flensburg einen Klamotten-Laden betreibt, vor einem Jahr ein eigenes Label gründete. So bleibt zumindest alles in eigener Hand.

Vielleicht ergibt sich noch der große Durchbruch, aber der Druck wie zu Beginn sei glücklicherweise nicht mehr da. „Wir sind ja nicht abgeneigt, aber doch realistisch genug, um zu wissen, dass die Band allein nicht zum Geld verdienen reicht. Das ist uns auch recht, solange die Resonanz der Fans so positiv ausfällt. Wenn ein Kritiker angesichts der neuen Platte schreibt, wie seien eine der besten Hardcore-Punkbands Deutschlands, dann geht das runter wie Öl!“

Dafür nimmt Gunnar gerne in Kauf, wöchentlich zu den Proben nach Flensburg zu kutschieren. Diskussionen gab es eher beim Thema Bandname, verbunden mit der Frage, ob der Sound durch eine Comic-Figur der „Simpsons“ gut repräsentiert werde. „Wir machen keinen Spaß-Punkrock, singen auch kritischen Texte mit Tiefgang. Aber deswegen den Namen wechseln? Schwachsinn.“ Ohnehin hat sich Gitarrist Knott seinen Montgomery Burns auf den Oberarm tätowieren lassen. Und da ist sie wieder, die Leidenschaft.

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