Nice Man & The Bad Boys im Nachtcafé

Gerade erst war Francis Macdonald mit der Band Teenage Fanclub als Drummer in Deutschland auf Tournee, da stehen schon die Konzerte seines Projekts Nice Man & The Bad Boys auf dem Programm. Deren zweites Album „The Art Of Hanging Out“ wird in diesen Tagen veröffentlicht, gefolgt von acht Konzerten hierzulande - eines davon im Kieler Nachtcafé.

Alles beginnt 1987 in Bellshill, einem kleinen Vorort von Glasgow, als sich drei Songwriter mit Vorliebe für Saiteninstrumente - Norman Blake, Raymond McGinley und Gerard Love - treffen und Teenage Fanclub gründen. Schlagzeuger Francis Macdonald, Mitglied der befreundeten Band BMX Bandits, gesellt sich dazu, um die Gruppe komplett zu machen. Die erste Single „Golden Shower“ erscheint zwei Jahre später auf einem kleinen schottischen Indie-Label. Mit den folgenden Alben bereiten Teenage Fanclub den Weg für Travis und Coldplay, ohne jedoch deren kommerziellen Erfolg zu teilen. Denn Popstars im ursprünglichen Sinne sind die Jungs von der Insel keinesfalls. Sie verdienen zwar Geld und können davon auch ganz gut leben, aber Groupies, Pool und Privatjets können und wollen sie sich nicht leisten.

Mit Nice Man & The Bad Boys beweist Francis Macdonald nun, dass er seinen drei Glasgower Mitstreitern in Sachen Songwriting in nichts nachsteht. Bereits das Debütalbum „Sauchiehall and Hope (A Pop Opera)“ spannte in 19 Kapiteln den stilistischen Bogen von Power Pop zu countryesken Kleinoden, eingespielt im Alleingang. Und auch seine Live-Konzerte sind stets ein wilder Ritt durch die Jahrzehnte der jüngeren Musikgeschichte: Er zitiert die Beach Boys, The Byrds und sogar Sonic Youth, er bewundert den Humor von Jonathan Richman und die präzisen Popqualitäten der Ramones – kein Wunder, dass all diese Künstler in seinen Songs anklingen. Die zweite Platte „The Art Of Hanging Out“ ist nämlich gerade das, was der Albumtitel verspricht: Macdonald und seine Glasgower Bande zeigen eindrucksvoll, wie die Kunst des Rumhängens funktioniert. Es sind sentimentale, altmodische Geschichten mit großem Gespür für Melodien, verpackt in eingängigen, aufrichtigen und bewegenden Liebesliedern.

Zu den anstehenden Deutschlanddaten verrät einer der 'Gründerväter des schottischen Pop-Betriebs', der auch das Label Shoeshine Records leitet: „Ich spiele nicht sehr oft. Deshalb versuche ich, wenn ich auftrete, meinen Spaß zu haben und mit meiner Band eine unterhaltsame Show auf die Beine zu stellen. Wenn du melodiösen Gitarrenpop magst und vier Menschen sehen möchtest, die ihr Bestes geben, wirst du eine gute Zeit haben. Es ist vermutlich nicht die großartigste Show auf diesem Planeten, aber diejenigen, die kommen, werden ihren Spaß haben!“ Keine Frage: Francis Macdonald ist der Nice Man.

Montag, 21.30 Uhr, Nachtcafé (Support: Freebirds)